Anzeige

Der Gehstock – Teil 2

Gehstock © GYNEX - Fotolia (2)

© GYNEX – Fotolia

Wie benutze ich Gehstützen nach einer Gelenkersatzoperation?

Ein Gehstock kann aus verschiedenen Gründen notwendig sein, wie zum Beispiel nach der Implantation einer Hüft- oder Knieprothese.

Vor der Operation: An welcher Hand soll ich den Gehstock benutzen, wenn ich nur einen Stock benutzen will?

Sie sollten den Stock auf der Gegenseite des Beines benutzen, das Sie entlasten wollen. Sie möchten beispielsweise die rechte Hüfte oder das rechte Knie entlasten, dann müssen sie den Stock oder die Gehstütze in der linken Hand halten. Wenn Sie das rechte Bein nach vorne setzen, sollten Sie den Stock in der linken Hand gleichzeitig mit nach vorne schwingen. Sobald das Gewicht auf dem rechten Bein lastet, sollten Sie sich gleichzeitig auf den Gehstock stützen, also Druck auf ihn ausüben. Das verbessert die Balance und das betroffene Bein wird um bis zu 25 Prozent entlastet.

Nach der Operation: Soll ich eine oder zwei Stützen benutzen?

Wenn Sie Gehstützen während der Entlastungsphase nach einer Operation benutzen, so sollten Sie unbedingt mit zwei Stöcken gehen. Wenn Sie am Ende der Rehabilitation auf einen Stock umsteigen, wird es unter Umständen länger dauern, bis Sie hinkfrei gehen. Der Übergang von Stöcken zu einem freien Gang ohne Hinken ist mit zwei Stöcken schneller.

Ältere Menschen können dann später nach dem Eingriff bei Balanceproblemen oder Unsicherheit nur einen Stock benutzen. Dies kann sich aber negativ auf die Wirbelsäule auswirken. Eine einfache und gelenkschonende Art sich auf längeren Strecken oder beim Spazierengehen fortzubewegen ist der Einsatz von Nordic Walking Stöcken.

Welche Länge soll der Gehstock haben?

Wenn Sie mit dem Gehstock in der Hand stehen, sollte der Ellenbogen etwa um 20 Grad gebeugt sein. Als Grundregel gilt: Der Stock hat etwa die halbe Körperlänge.

Welche Gangarten gibt es mit 2 Stöcken?

Der 3-Punkte Gang wird dann eingesetzt, wenn man stark entlasten soll (Minimal- bis Teilbelastung). Dabei berühren beide Stützen gleichzeitig mit dem zu entlastenden Bein den Boden (3 Punkte).

Wenn eine höhere Belastung möglich ist (z.B. halbes Körpergewicht), kann man zum 4-Punkte Gang übergehen. Dabei werden nacheinander die rechte Stütze, das linke Bein, dann die linke Stütze und das rechte Bein vorgesetzt.

Der 2-Punkte Gang ist dagegen flüssiger. Unter dem 2-Punkte Gang versteht man das gleichzeitige Aufsetzen einer Stütze mit dem entgegengesetzten (kontrolateralen) Bein, gefolgt von der Stütze und dem Bein der jeweiligen anderen Seite. Somit kann ein Bein teilweise entlastet werden.

Oft wird das erlaubte Gewicht auf das Bein vom Arzt in Kilogramm oder in Prozentanteil vom Körpergewicht angeben. Ein Gefühl für die Höhe der Belastung kann man auf einer Waage üben.

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

 

Diesen Beitrag drucken
Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen

Teilen Sie diesen Beitrag