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Tipp: Kneipp-Kur bei Arthrose

© Kzenon - Fotolia

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Der Grundstein für die Kneipp-Kur wurde an einem November-Tag im Jahr 1849 gelegt. Sebastian Kneipp war damals 18 Jahre alt und schwer an Tuberkulose erkrankt. Durch einen Zufall stieß er auf das Buch „Unterricht von der Heilkraft des frischen Wassers“. Motiviert durch die Lektüre des von Johann Siegmund Hahn verfassten Textes tauchte Kneipp bis zum Hals in das eiskalte Flusswasser der Donau. Er war zuvor zur Donau gelaufen und deshalb war sein Körper warm. Er zählte laut bis drei, stieg aus dem Fluss und rannte weg. Wie diese Szene damals auf mögliche Zuschauer wirkte, ist nicht überliefert. Doch Kneipp bemerkte, wie es ihm nach dem Eintauchen in die Donau besser ging. Ein paar Tage später tauchte er wieder in die Donau. Er wiederholte das Eintauchen nun mehrmals pro Woche und führte weitere Wasseranwendungen durch. Diese erste „Kneipp-Kur“ war der Beginn der nach Sebastian Kneipp benannten Hydrotherapie (Wasserkur). Die Hydrotherapie, auch Kneipp-Kur genannt, beinhaltet Wechselbäder mit warmen und kalten Wasser, Waschungen, Wickel, Bürstenmassagen und Wassertreten.

Menschen, die an Knie- oder Hüftarthrose leiden, können durch warme und kalte Güsse ihre Beweglichkeit fördern und Schmerzen verringern. Das Beste dabei: Die Anti-Schmerz-Wirkung kann einige Wochen anhalten. Die gezielten Kälte- und Wärmereize der Kneipp-Kur helfen nicht nur bei Arthrose, sondern stimulieren auch das Immunsystem dazu, mehr Abwehrzellen zu bilden.

Die Kneipp-Kur zu Hause

Eine Kneipp-Kur kann man auch zu Hause durchführen. Wir haben für Sie ein paar Tipps zusammengestellt. Es gibt einige einfache Regeln. Werden sie eingehalten, kann der Erfolg deutlich gespürt werden.

Von dem Begriff „kaltes Wasser“ braucht sich niemand abschrecken zu lassen. Hier ist von Temperaturen zwischen 8 bis 12 °C die Rede. Bei den warmen Güssen liegt die Wassertemperatur bei 34 bis 38 °C. Kneipp-Kur Neulinge verwenden am besten die Temperaturen des oberen Bereichs.

Wichtig ist, dass sich die Haut vor der Anwendung warm anfühlt. Auf keinen Fall sollte man die Kneipp-Kur durchführen, wenn man friert.

Nach Beendigung einer Kneipp-Anwendung bewegt und wärmt man am besten die behandelte Körperpartie beziehungsweise den ganzen Körper.

Sie brauchen sich nicht vollständig auszuziehen. Es reicht, wenn Sie nur die Körperpartien entkleiden, die eine Kneipp-Kur erhalten sollen. Beispielsweise reicht es bei der Behandlung der Kniearthrose aus, wenn die Beine frei sind.

Vor dem Zu-Bett-gehen sollten Sie keine kalten Güsse anwenden. Führen Sie keine Kneipp-Anwendung kurz vor oder nach dem Essen durch.

Der Knie-Guss bei der Kniearthrose

Entkleiden Sie Ihre Beine bis zur Oberschenkelmitte und stellen sich in die Badewanne oder die Duschkabine. Der Guss beginnt an der Außenseite des Unterschenkels. Der Wasserstrahl wird bis ungefähr eine Hand breit über das Knie gelenkt. Dort lässt man den Strahl einige Sekunden laufen. Auf diese Weise wird der Strahl gleichmäßig auf Rückseite des Unterschenkels gelenkt. Von der Innenseite des Unterschenkels lenkt man den Strahl wieder zurück zur Außenseite des Unterschenkels. Der Guss am anderen Bein wird auf dieselbe Art durchgeführt. Am Ende werden die rechte und linke Fußsohle abgegossen.

Die Zeittaktung bei den Wechselgüssen für je beide Unterschenkel: Warm: 30 Sekunden – Kalt: 10 Sekunden – Warm: 30 Sekunden – Kalt: 10 Sekunden.

Den Knie-Guss sollte man nur bei warmen Füssen anwenden und nicht bei Blasen- und Nierenentzündungen durchführen.

Bei der Hüftarthrose können Sie den Knie-Guss bis zum Gesäß erweitern

Auch bei diesem sogenannten Schenkel-Guss stehen Sie am besten in der Badewanne oder Duschkabine. Sie sollten bis zur Hüfte unbekleidet sein. Auch hier bewegt sich der Wasserstrahl an der Außenseite des Unterschenkels des rechten Beines nach oben. Am Oberschenkel wechselt der Strahl auf die Rückseite des Beines. Die Gesäßmuskulatur wird ebenfalls vom Wasserstrahl eingeschlossen. Nach ungefähr 5 bis 10 Sekunden bewegt man den Wasserstrahl an der Innenseite des Beines nach unten. Dann folgt die Behandlung des linken Beins. Kommt der Wasserstrahl an der linken Gesäßhälfte an, bewegt man das Ende des Schlauches hin und her. Hierdurch werden beide Gesäßhälften begossen und eine breite „Wasserwand“ begießt die Rückseite des entsprechenden Beines. Am Ende der Behandlung begießt man die Vorder- und Innenseite des rechten und linken Beines. Auch in diesem Fall kann man von einer auf die andere Seite wechseln.

Die Zeittaktung sieht bei dieser Kneipp-Kur folgendermaßen aus: Warm: 40 Sekunden – Kalt: 15 Sekunden – Warm: 40 Sekunden – Kalt: 15 Sekunden.

Den Knie-Guss bis zum Gesäß sollte man nur bei warmen Füßen anwenden und nicht bei Blasen- und Nierenentzündungen durchführen.

Probieren Sie die Kneipp-Kur einfach einmal aus. Sie werden sehen, dass sich Ihre Knie- oder Hüftarthrose dadurch verbessern kann.

 

Autor: Birgit Klötzer, M.A., wissenschaftliche Redakteurin

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