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Vitamin D beeinflusst Schmerzen und Beweglichkeit von adipösen Patienten

© pixelio

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Laut einer Studie der Universität Florida können höhere Vitamin D Einnahmen Schmerzen reduzieren und die Beweglichkeit von adipösen Patienten mit Arthrose verbessern. Die Studie konnte nachweisen, dass übergewichtige Arthrosepatienten mit einem adäquaten Vitamin D-Spiegel besser gehen, das Gleichgewicht halten und von einem Stuhl aufstehen konnten als Patienten mit zu niedrigen Spiegeln. Die Studie lässt somit einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel, der Adipositas und Beweglichkeit vermuten.

Das Vitamin scheint wichtig zu sein, um Arthroseschmerzen positiv zu beeinflussen. Zum einen verbessert es die Qualität der Knochen, zum anderen unterstützt es die Zellenfunktion bei der Regulierung von entzündlichen Prozessen. Gleichzeitig hilft es, die Kalzium- und Phosphatkonzentrationen und damit auch die Stabilität der Knochen zu erhalten.

Da sich Menschen mit Arthrose aufgrund der Schmerzen oft weniger bewegen und seltener im Freien aktiv sind, sinken deren Vitamin D-Spiegel und das Übergewicht steigt.

Die Forscher haben bei 256 erwachsenen Menschen (mittelalt und alt) Blutproben genommen und die Vitamin D-Spiegel untersucht. Die Probanden füllten zusätzlich einen Fragebogen über ihre Kniearthroseschmerzen aus. Außerdem absolvierten sie Tests wie zum Beispiel das Aufstehen von einem Stuhl oder Gleichgewichtsprüfungen. Die Studie war Teil einer größer angelegten Studie über ethnische Unterschiede bezüglich Schmerzen bei Arthrose. Bei den 126 übergewichtigen Teilnehmern hatten 68 einen zu niedrigen Vitamin D-Spiegel. Dagegen hatten lediglich 29 der normalgewichtigen Teilnehmer einen zu niedrigen Wert.

Adipositas korreliert oft mit einem niedrigen Wert, einer schmerzhaften Kniearthrose und einer Bewegungseinschränkung, so die Forscher. Das Vitamin wird in der Leber und in den Fettzellen gespeichert. Bei Übergewichtigen kann zu wenig des lebenswichtigen Vitamins im Blutkreislauf sein, da zu viel Vitamin D im Fett gespeichert ist. Übergewicht führt somit zu einem höheren Vitamin D-Bedarf.

Es gibt widersprüchliche Informationen zur Notwendigkeit von Vitamin D-Supplementen. Manche Studien beschreiben, dass ein zu niedriger Spiegel neben dem Auftreten von Osteoporose auch Herz-Kreislauferkrankungen oder gar Krebs verursachen kann. Andere Studien beschreiben, dass eine zu hohe Einnahme aber auch lebensverkürzend wirken kann.

Vitamin D-Mangel ist vor allem bei Übergewichtigen und auch bei älteren Menschen verbreitet. Das Problem: Vitamin D wird über die Nahrung oft nicht in ausreichenden Mengen aufgenommen (Vorkommen: Milch, Joghurt, Nüsse, Lachs, Thunfisch, Sardinen) und im Winter von November bis Mai produziert der Körper fast kein körpereigenes Vitamin D.

Ein wichtiger Faktor neben der Osteoporoseprophylaxe bei älteren Menschen ist die Sturzprophylaxe durch die Gabe von diesem Vitamin: Über den entsprechenden Rezeptor in der Muskulatur erhöht es die Muskelkraft und die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten. Eine Zufuhr von 800 bis 1000 IE pro Tag wird bei nachgewiesener Osteoporose empfohlen. Ob diese Zufuhr mit einer Kalziumzufuhr kombiniert werden soll, muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Quelle:

Toni L. Glover, Burel R. Goodin, Christopher D. King, Kimberly T. Sibille, Matthew S. Herbert, Adriana S. Sotolongo, Yenisel Cruz-Almeida, Emily J. Bartley, Hailey W. Bulls, Ann L. Horgas, David T. Redden, Joseph L. Riley, Roland Staud, Barri J. Fessler, Laurence A. Bradley, Roger B. Fillingim: „A Cross-Sectional Examination of Vitamin D, Obesity, and Measures of Pain and Function in Middle-Aged and Older Adults with Knee Osteoarthritis.“, The Clinical Journal of Pain, 2015; 1 DOI:10.1097/AJP.0000000000000210, siehe auch: https://www.sciencedaily.com/releases/2015/03/150330173925.htm

Autor: Birgit Klötzer, M.A., wissenschaftliche Redakteurin

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