Anzeige

Rauchen fördert Osteoporose und Arthrose

Rauchen

© Knut Wiarda Fotolia

Wir wissen alle, dass sich Rauchen negativ auf die Gesundheit auswirkt. In Deutschland wurden 2013 über 80 Milliarden Zigaretten geraucht. Man schätzt, dass jährlich zwischen 100.000 und 120.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens sterben. Circa 33 Prozent der männlichen Bevölkerung raucht, bei der weiblichen Bevölkerung sind es 27 Prozent.

Bezüglich der Auswirkungen des Rauchens auf die Knochen und die Gelenke gibt es unterschiedliche Aussagen.

Rauchen und Osteoporose

Zigarettenrauchen wurde bereits vor mehr als 20 Jahren als ein Risikofaktor für Osteoporose identifiziert. Jüngste Studien haben eine direkte Beziehung zwischen Tabakkonsum und verminderter Knochendichte gezeigt. Es ist schwer zu bestimmen, ob eine Abnahme der Knochendichte durch das Rauchen selbst verursacht wird oder durch andere Risikofaktoren, die häufig bei Rauchern vertreten sind. Zum Beispiel sind Raucher in vielen Fällen schlanker als Nichtraucher. Sie neigen dazu, mehr Alkohol zu trinken, sind körperlich oft weniger aktiv und achten weniger auf Ernährung. Frauen, die rauchen, kommen tendenziell früher in die Menopause als Nichtraucherinnen. All diese Faktoren führen dazu, dass viele Raucher ein erhöhtes Risiko für Osteoporose haben.

Studien konnten folgende Aussagen belegen:

Je länger Sie rauche und je mehr Zigaretten Sie konsumieren, desto größer das Risiko für Knochenbrüche im Alter.

Bei Rauchern kann es im Vergleich zu Nichtrauchern eventuell länger dauern, bis ein Knochenbruch verheilt ist, und es treten häufiger Komplikationen während des Heilungsprozesses auf.

Erheblicher Knochenverlust wurde bei älteren Frauen und Männer, die rauchen, gefunden.

Mindestens eine Studie legt nahe, dass die Exposition gegenüber Tabakrauch in Jugend und frühem Erwachsenenalter das Risiko fördert, eine nierdige Knochenmasse zu entwickeln.

Verglichen mit Nichtrauchern produzieren Frauen, die oft rauchen, weniger Östrogen (ein Sexualhormon) und neigen dazu, die Wechseljahre früher zu erleben, was zu erhöhtem Knochenabbau führen kann. Es dauert in der Regel mehrere Jahre, das Frakturrisiko zu senken.

Das Beste, was Sie für Ihren Knochenschutz tun können, ist mit dem Rauchen aufzuhören. Die Entwöhnung, auch in späteren Lebensjahren, kann dabei helfen, den Knochenverlust einzugrenzen.

Rauchen und Arthrose

Auch wenn es eine Studie gibt, in der Rauchen eine positive Wirkung bei Arthrose gezeigt hat, so ist man sich einig, dass die Nachteile überwiegen. Eine Studie konnte nachweisen, dass der Kniegelenkknorpel bei Rauchern circa 2,3-mal schneller verschleißt als bei Nichtrauchern. Ausgelöst wird der Effekt durch eine inhibierende Wirkung auf die Knorpelzellen und den durch das Rauchen ausgelösten oxidativen Stress. Eine weitere Wirkung wird durch Kohlenstoffmonoxid ausgelöst, das sich bei Rauchern vermehrt im Blut befindet.

Studien haben weiterhin nachgewiesen, dass das Risiko eine rheumatische Arthritis zu entwickeln bei Rauchern circa 2-mal höher ist als bei Nichtrauchern. Dieser Wert ist sogar abhängig von der Zeitdauer, in der geraucht wurde.

Rauchen und Bandscheiben

Auch wenn die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle bei der Bandscheibendegeneration spielt, ist Rauchen einer der führenden Auslöser. Nikotin und Kohlenmonoxid im Blut führen zu einer Mangelernährung der Bandscheiben. Dadurch verlieren die Bandscheiben an Elastizität und können Risse kriegen. So kann es zu akuten Bandscheibenvorfällen kommen. Andererseits verlieren die Bandscheiben ihre puffernde Wirkung. Dies kann zu einer Überbelastung der Wirbelgelenke führen, die dann schneller verschleißen und arthrotisch werden.

Rauchen hat auch eine verstärkende Wirkung auf das Schmerzempfinden. Weiterhin werden Raucher öfters an der Wirbelsäule operiert als Nichtraucher.

Insgesamt ist die negative Wirkung vom Tabak auf den Bewegungsapparat ein weiterer Grund, mit dem Rauchen aufzuhören. Tabak ist schädlich für die Knochensubstanz, den Knorpel und das Bandscheibengewebe. Auf diese Weise wird die Beweglichkeit des Menschen und somit auch seine Lebensqualität negativ beeinflusst. Und das, ohne Gesundheitsschäden auf Herzkreislauf, Lunge usw. aufzuzählen!

 

Quellen:
1) George Mnatzaganian; Philip Ryan; Paul E. Norman; David C. Davidson; Janet E. Hiller: Smoking, body weight, physical exercise and risk of lower limb total joint replacement in a population-based cohort of men, Arthritis & Rheumatism DOI 10.1002/art., Apr 07, 2011.

2) http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/blogs.dir/70/files/2012/07/i-8b9d429ac9a98b55cac527b910e2bba6-The.pdf

3) Scolaro JA, Schenker ML, Yannascoli S, Baldwin K, Mehta S, Ahn J. Cigarette smoking increases complications following fracture: a systematic review. J Bone Joint Surg Am. 2014 Apr 16;96(8):674-81.

4) http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/arthrose/default.aspx?sid=447470

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

Diesen Beitrag drucken
Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen

Teilen Sie diesen Beitrag