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Osteoporose und Arthrose: gemeinsame Behandlung?

© underdogstudios - Fotolia

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Die meisten älteren Menschen – insbesondere Frauen – sind mit den Worten „Arthrose“ und „Osteoporose“ vertraut. Auf den ersten Blick könnte man einen Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen vermuten. Das ist jedoch nicht der Fall. Auch wenn beide Erkrankungen im Alter häufiger auftreten, sind ihre Ursachen verschieden.

Bei einer Arthrose verschleißen die Gelenkknorpel. Ist sie entsprechend stark ausgeprägt, zeigt sie sich mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Unfälle und Verletzungen können die Entstehung einer Arthrose begünstigen. Bekannte weitere Risikofaktoren sind eine langanhaltende starke Gelenkbelastung, Haltungsschäden und Übergewicht.

Bei einer Osteoporose nimmt die Knochenmasse so stark ab, dass die Knochen porös werden. Geringe Stabilität und Knochenbrüche sind die Folge. In den meisten Fällen sind ältere Frauen, aber auch Männer betroffen. Dass vor allem ältere Frauen Osteoporose haben, hängt mit ihren Hormonstatus zusammen. Denn nach den Wechseljahren produziert der Körper weniger Östrogen. Östrogen schützt den Knochen davor, brüchig zu werden. Nimmt nach den Wechseljahren die Östrogenproduktion ab, fällt der Knochenschutz weg. Die Osteoporose kann ausbrechen: Die Knochendichte verringert sich, die Knochensubstanz wird abgebaut und das Skelett verliert seine Stabilität. Es kann dadurch sehr leicht zu Knochenbrüchen kommen – insbesondere bei Stürzen oder aber auch bei einer ungelenken Bewegung. Ist die Osteoporose sehr stark, können spontane Knochenbrüche auftreten.

Auch bei Männern kann sich eine Osteoporose zeigen, im Vergleich etwa 10 Jahre später als bei Frauen. Die Ursache ist hier in vielen Fällen ebenfalls die Hormonumstellung nach den männlichen Wechseljahren.

Arthrosebehandlung mit einem Osteoporosemittel?

Studien haben gezeigt, dass ein Osteoporosemedikament auch den Verlauf der Kniegelenkarthrose positiv beeinflusst: mit zwei Gramm Strontiumranelat konnte die Kniegelenkarthrose in einer internationalen Studie mit 1600 Patienten die Symptome und der röntgenologische Verlauf der Arthrose deutlich verbessert werden. Die Wirkung trat im Schnitt nach 18 Monaten ein und wurde mit zunehmender Behandlungsdauer zunehmend besser. Strontiumranelat ist ein für die Osteoporose zugelassenes Medikament, das die knochenabbauenden Osteoklasten (Zellen, die sich aus dem Knochenmark entwickeln) hemmt. Bei Arthrose kann das Medikament somit für den Erhalt der Knochenschicht unterhalb des Knorpels eine große Rolle spielen. Diese hat eine  eine wesentliche Funktion für die Durchblutung des Knorpels, und somit für dessen Erhalt.

Ob dieses Osteoporosemittel, und eventuell sogar andere Osteoporosemittel mit ähnlichen Eigenschaften, ein wirksames einsetzbares Mittel zur Behandlung oder gar Vorbeugung der Arthrose wird, muss durch weitere Studien noch belegt werden. Insbesondere müssen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen dieser Mittel sorgfältig abgeklärt werden, da diese Mittel im Falle der Arthrosebehandlung unter Umständen sehr hoch dosiert und über einen langen Zeitraum eingenommen werden müssen.

Quellen:

Cooper C, Reginster JY, Chapurlat R, Christiansen C, Genant H, Bellamy N, Bensen W, Navarro F, Badurski J, Nasonov E, Chevalier X, Sambrook PN: „Efficacy and safety of oral strontium ranelate for the treatment of knee osteoarthritis: rationale and design of randomised, double-blind, placebo-controlled trial.“, Curr Med Res Opin. 2012 Feb;28(2):231-9. doi: 10.1185/03007995.2011.648758. Epub 2012 Jan 17.

Siehe auch: http://ard.bmj.com/content/72/2/179.long

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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