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Der Moringabaum, der Supermarkt auf einem Baum?

Moringabaum Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Baum im Garten, dessen Bestandteile 10 mal mehr Vitamine enthalten als Möhren, 17 mal mehr Kalzium als Milch, 15 mal mehr Kalium als Bananen, 25 mal mehr Eisen als Spinat.
Der Moringabaum, auch bekannt als Meerrettichbaum, kann das bieten. Er stammt aus Nordindien und findet sich in fast allen tropischen und subtropischen Regionen zurecht, von Afrika über Arabien, Südostasien bis hin zur Karibik. Er kann eine Höhe bis zu 10 Metern erreichen und ist sehr widerstandskräftig bei Trockenheit. Die französische Bezeichnung Néverdier stammt wahrscheinlich aus dem Englischen „ Never die“, da die ausgetrocknete Pflanze bei Regen sofort wieder wächst. Die Blätter können alle sechs Wochen geerntet werden, der Baum wächst circa 1 Meter pro Monat.
In Indien werden traditionell die bohnenähnlichen Früchte gekocht verzehrt. Im Sahel isst man die Blätter als Gemüse. In manchen Regionen Äthiopiens gelten die Blätter als Basisnahrung. Möglich ist auch die Herstellung eines Speiseöls. Aus den Wurzeln kann ein Gewürz gewonnen werden.

Der Baum mit medizinischem und diätischem Nutzen

Die Moringa (Moringa oleifera) ist ein tropischer Baum mit enormem Potential. Wenn die oben genannten Mengen denen aus getrockneter Substanz entsprechen, so besitzen frisch gepflückte Blätter bereits große Mengen an lebenswichtigen Stoffen: Zum Beispiel so viel Vitamin C wie Apfelsinen, soviel Proteine wie Eier. Jeder Bestandteil des Baumes besitzt heilsame Inhaltsstoffe. Moringa enthält 18 der bekannten Aminosäuren. Somit hätte dieser Baum sowohl einen diätischen als auch einen medizinischen Nutzen.

Das Moringapulver (gewonnen aus dem Samen des Baumes) hat eine entkeimende Wirkung bei der Aufbereitung von Wasser. Diese beruht vor allem auf dem so genannten Flockungseffekt und ist somit sehr wirksam bei sehr trübem Wasser. Es reichen 0,2 Gramm auf einen Liter Wasser. Es könnte somit in der Lebensmittelindustrie als umweltfreundliche biologische Alternative zu chemischen Mitteln verwendet werden.
Dem Moringabaum werden viele heilende Wirkungen zugesprochen. Neben dem Einsatz als Basisernährung (eine Option als Basisnahrung für hungernde Bevölkerungsteile in Afrika) werden dem Moringabaum medizinische Heilkräfte nachgesagt. Interessanterweise gibt es bereits viele wissenschaftliche Studien über die verschiedensten Wirkungen. So wird der Pflanze eine besonders starke antioxidative Wirkung nachgesagt. Weiterhin soll sie eine starke entzündungshemmende Wirkung haben und könnte so auch eine schmerzlindernde Wirkung bei Arthrose oder auch Rheuma haben. Der Moringabaum soll auch eine starke cholesterinsenkende Wirkung haben. Weiterhin wurden eine Verbesserung der Durchblutung und eine Stärkung des Kreislaufes festgestellt.

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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