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Hilft Fasten bei Rheuma und Arthroseschmerzen?

©Harry Hautumm - pixelio

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Fastenärzte und Ernährungsmediziner plädieren bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen und chronischen Schmerzen für therapeutisches Fasten. Eine Studie des Universitätsklinikums Jena und der Klinik für Naturheilverfahren an der Berliner Charité konnte zeigen, dass Essensverzicht bei Patienten mit Knie-, Hüft- und Polyarthrose (Knie-, Hüft- und Fingergelenkarthrose) positive Wirkung zeigte. Bereits nach 15 Tagen ‚Saftfasten‘ unter ärztlicher Kontrolle gingen die Gelenkschmerzen deutlich zurück, die Gelenkfunktion und das Wohlbefinden verbesserten sich, auch durch den positiven Nebeneffekt der Gewichtsabnahme. Selbst drei Monate nach Ende der 15-tägigen Fastenkur hielt der Effekt noch an. Sogar Schmerzmittel konnten eingespart werden.

Eine Erklärung dieses Effektes fanden die Wissenschaftler im Zusammenhang zwischen Ernährung und degenerativen Vorgängen: Besonders der Konsum von tierischen Produkten erhöht die Zufuhr von Arachidonsäure aus tierischen Fetten. Diese fördert die Entstehung und Verstärkung von Entzündungen, wie diese bei Rheuma und Arthrose in den Gelenken vorkommen.

Der langfristige positive Nebeneffekt von Fasten: Nach der Fastenkur änderte ein Großteil der Patienten ihr Ernährungsverhalten. Sie konsumierten verstärkt vegetarische Produkte, reduzierten den Anteil der tierischen Lebensmittel und verkleinerten generell die Portionen.

Was ist Heilfasten, was ist es nicht?

Laut Definition versteht man unter Fasten den freiwilligen Nahrungsentzug über einen begrenzten Zeitraum. Fastet man aus gesundheitlichen Gründen, spricht man von Heilfasten. Heilfasten ist keine Diät und somit nur eingeschränkt zur Gewichtsreduktion zu empfehlen. Im Vordergrund steht die innere Reinigung des Körpers und beinhaltet neben dem therapeutischen oder präventiven Fasten auch Bewegung, Physiotherapie und Psychotherapie.

Heilfasten dient in erster Linie dazu, den Darm und das Bindegewebe von Schadstoffen zu reinigen sowie ernährungsbedingte Stoffwechselstörungen und Erkrankungen der Bewegungsorgane zu behandeln oder vorzubeugen. Durch das Weglassen von belastenden Nahrungsmitteln können nach Dr. Artur Wölfel, München, z. B. Allergien, Migräneattacken und akute Gelenkentzündungen abklingen. Ein weiterer positiver Effekt des Fastens ist die Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit und des Glücksgefühls. Eine Heilfastenkur kann jedoch eine medizinisch notwendige Therapie nicht ersetzen, vielmehr sollte sie begleitend eingesetzt werden.

Heilfasten kann ein erster Anstoß für eine Änderung des Lebensstils sein. Die positiven Erfahrungen während des Fastens können zu einem gesundheitsbewußteren Lebensstil und einer Änderung der Ernährungs­gewohnheiten führen.

Es ist wichtig, stets genug zu trinken, vorzugsweise Wasser und Tee.

Wer darf fasten und wer nicht?

Fasten darf jeder Gesunde!

Kranke Menschen sollten nur nach vorheriger ärztlicher Absprache und unter ärztlicher Aufsicht fasten. Beachtet werden sollte dabei insbesondere, dass durch das Fasten die Wirkung von Medikamenten beeinflusst wird und eine Anpassung der Dosierung erforderlich sein kann.

Nicht zu empfehlen ist das Fasten u. a. für Kinder unter 10 Jahren, bei Untergewicht, Magersucht, schweren Organkrankheiten sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit. Auch Menschen mit erhöhtem
Purinspiegel sollten wegen des Risikos eines akuten Gichtanfalls auf eine Fastenkur verzichten.

Gängige Fastenmethoden

Als Fastenmethoden haben sich vor allem das Heilfasten nach Buchinger und die Therapie nach F.X. Mayr durchgesetzt. Weitere verwandte Methoden sind z. B. die Schroth-Kur und das Molkefasten.

Während des Buchinger-Heilfastens nehmen die Fastenden etwa 250 kcal pro Tag in Form von Gemüsebrühe und Obstsäften zu sich. Außerdem dürfen Mineralwasser und Kräutertees getrunken werden.

Die Fastenkur nach F. X. Mayr erlaubt zusätzlich zweimal täglich altbackene Brötchen mit etwas Milch.

Bei der Schroth-Kur wechseln sich Trinktage und so genannte Trockentage ab.

Beim Molke-Fasten wird auf die Aufnahme fester Nahrung komplett verzichtet. Über den Tag verteilt werden 1–1,5 Liter Molke, 0,5 Liter Obstsaft und 3 Liter kohlensäurefreies Wasser getrunken. Zusätzlich wird jeden Morgen ein Glas Sauerkraut- oder Pflaumensaft getrunken.

Autorin: Dr. oec. troph. Sybilly Römmelt, wissenschaftliche Redakteurin

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