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Die Synovialitis – ein potentieller Indikator der Kniearthrose

Kniegelenkarthrose

© underdogstudios – Fotolia

Laut eines neuen internationalen Forschungsprojektes könnte der Nachweis einer Synovialitis benutzt werden, um festzustellen, ob ein Patient später eine Kniegelenkarthrose entwickeln wird. Eine Synovialitis ist eine Schleimhautentzündung in einem Gelenk, die immer bei einer rheumatischen Erkrankung eines Gelenkes vorliegt.

Sie kommt aber auch – mehr oder weniger ausgeprägt – bei Arthrose vor. Wenn sie sehr ausgeprägt ist (geschwollenes, überwärmtes Gelenk), spricht man von einer aktivierten Arthrose.

Unter der Leitung der Universität von Sydney haben Forscher in Sri Lanka, Deutschland und den USA eine Studie durchgeführt, die nachweisen sollte, ob eine Schleimhautentzündung in einem Kniegelenk der Vorbote von weiteren Gewebeschäden in einer sich entwickelnden Arthrose sein kann.

Bei dieser Studie wurden 133 Knie mit Kniearthrose untersucht und mit einer Kontrollgruppe von 133 Knien verglichen. Bei den Patienten erfolgten über einen Zeitraum von vier Jahren eine Röntgenaufnahme und eine Kernspintomografie der Knie.

Auf den kernspintomografischen Aufnahmen wurde eine Schleimhautentzündung mit Erguss dokumentiert, die sich entweder in einer Schleimhauttasche oder im so genannten Hoffa-Fettkörper (ein kleiner Fettkörper, der zwischen dem Schienbeinkopf und dem Unterrand der Kniescheibe im Gelenk vorliegt) befanden.

Das Erscheinen solcher Veränderungen zeigte – im Vergleich zur Kontrollgruppe – in der Folge eine hohe Wahrscheinlichkeit, eine Kniegelenkarthrose zu entwickeln.

Ob eine frühzeitige kernspintomografische Untersuchung als Voruntersuchung der Arthrose Sinn macht, muss durch weitere Untersuchungen bestätigt werden. Eine Früherkennung macht allenfalls dann Sinn, wenn man auch weiß, welche Maßnahmen getroffen werden können, um ein weiteres Fortschreiten zu vermeiden. Vielleicht könnten Risikogruppen (zum Beispiel bei familiärer Vorbelastung) am ehesten von der Früherkennung profitieren.

Chronische Schwellungen von Gelenken, auch wenn sie nicht sehr ausgeprägt sind und immer wieder spontan zurückgehen, können vielleicht näher untersucht werden, eventuell auch durch eine Kernspintomografie. Es sollte auf jeden Fall eine rheumatische Erkrankung ausgeschlossen werden.

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

Quelle:
Synovitis in knee osteoarthritis: a precursor of disease. Atukorola I, Kwoh,C.K., Guermazi A., Roemer,F.W., Boudreau R.M., Hannon MJ, Hunter DJ
Ann Rheum Dis doi:10.1136/annrheumdis-2014-205894

 

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