Anzeige

Ayurveda – die älteste Heilkunde der Welt

Ayurveda

© Floydine – Fotolia

Es begann vor 5.000 Jahren mit den ältesten Aufzeichnungen des indischen Wissens, den Veden: Die indische Heilkunde Ayurveda gilt als das ältestes Medizinsystem der Welt. Sie ist die Lehre vom langen Leben. Ihr Ansatz ist ganzheitlich: Körper, Geist und Seele bilden nach ayurvedischem Wissen eine Einheit.

Ayurveda hat auch in der westlichen Medizin Spuren hinterlassen. Hippokrates, der berühmteste Arzt des Altertums, bezog in die Behandlungen seiner Patienten Erkenntnisse der ayurvedischen Medizin mit ein. Das Besondere heute: Ayurveda wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO als traditionelle Heilkunde anerkannt (WHO Traditional Medicine Strategy 2002-2005, Document WOH/EDM/TRM/2002.1).

Es gibt nichts, was nicht medizinisch nutzbar wäre  

Ayurveda bedeutet so viel wie „gesund leben“ und „sanft heilen“. Das Wort stammt aus dem Sankrit und setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: „ayus“ heißt Leben und „veda“ Wissen im Sinne von allumfassender Weisheit. „Ayus“ beinhaltet dabei die Wörter Körper, Geist und Seele. Der Grundgedanke der ayurvedischen Heilkunde ist, dass es nichts auf der Welt gibt, das nicht auf irgendeine Art und Weise medizinisch genutzt werden könnte. Jeder Mensch solle Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen und am Heilungsprozess aktiv mitwirken. Das Wort für Gesundheit im Ayurveda heißt „svastha“. Und das besagt „bei sich selbst (sva) sein (stha)“.

Ayurveda verbindet Wissenschaft und Philosophie auf einmalige Weise. Dahinter stehen komplexe Theorien und intensive praktische Erfahrung. Menschen ein langes und erfülltes Leben zu geben ist der zentrale Gedanke der indischen Heilkunde.

Im Vordergrund der ayurvedischen Medizin steht die Vorsorge. Mit dieser Denkweise bildet Ayurveda einen Kontrast zur westlichen Schulmedizin, in der das Heilen von Krankheiten und nicht die Vorsorge im Mittelpunkt steht. In den ayurvedischen Schriften finden sich viele Rezepturen und Methoden, die dazu beitragen können, ein eventuell vorhandenes Ungleichgewicht des Körpers auszugleichen bevor eine Erkrankung entsteht, und eine schon bestehende Krankheit zu heilen. Ayurvedische Präparate bestehen in erster Linie aus Heilpflanzen und Mineralien, die oft durch aufwendige pharmazeutische Prozesse hergestellt werden. Die individuelle Gesundheitsvorsorge und die Behandlung von Erkrankungen richten sich sowohl nach der spezifischen Konstitution als auch nach den Lebensumständen eines Menschen. Aus diesem Grund stellen Ärzte und Heilpraktiker, die ayurvedische Verfahren anwenden, die individuelle körperliche und psychische Konstitution des Patienten fest. Im Ayurveda gibt es drei Kräfte (dosas), die Vorgänge im menschlichen Körper regeln. Vata ist zuständig für Bewegung, Taktung und Kontrolle. In den Zuständigkeitsbereich von pitta fällt die Umwandlung und kapha ist verantwortlich für Masse und Stabilität.

Gesund leben im ayurvedischen Sinne auf europäisch

Laut den alten Schriften wird in der ayurvedischen Lehre Ernährung als Medikament angesehen und Medizin als Nahrung. Sportliche Betätigung und Yoga nehmen ebenfalls eine zentrale Rolle ein. Gesund ernähren bedeutet im Sinne der ayurvedischen Heilkunde, neben den klassischen ayurvedischen Gerichten, auch frische einheimische gesunde Nahrungsmittel zu essen. Für Mitteleuropa wären das beispielsweise Äpfel, Karotten, Weizen oder Kartoffeln. Zur sportlichen Betätigung der Mitteleuropäer gehören unter anderem Walking, Nordic Walking oder Schwimmen.

Im Sinne von Ayurveda werden auch neuere medizinische Erkenntnisse angewendet. Alles, was Körper und Seele dabei hilft, gesund zu bleiben, kann laut Ayurveda eingesetzt werden. Da Wissen ständigen Änderungs- und Entwicklungsprozessen unterworfen ist, entwickelt sich die ayurvedische Heilkunde ebenfalls permanent weiter.

Ayurveda kann bei einer ganzen Reihe von Krankheiten helfen. Insbesondere bei denjenigen, die durch das moderne Leben mit bedingt sind. Zu diesen Erkrankungen zählen Rücken- und Gelenkschmerzen, Bluthochdruck, Schlafstörungen oder Verdauungsprobleme.

Da die ayurvedische Heilkunde viel Wert auf die Vorbeugung von Krankheiten legt, können Betroffene von Arthrose ganz im Sinne von Ayurveda durch Ernährung und sportliche Betätigung die Gesundheit ihrer Gelenke fördern.

Weitere Informationen finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda e.V., Friedrichstr. 232, 10969 Berlin

Autor: Birgit Klötzer, M.A., wissenschaftliche Redakteurin

Diesen Beitrag drucken
Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen

Teilen Sie diesen Beitrag