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Alexandertechnik schickt Arthrose-Patienten auf eine Reise zu sich selbst

Alexandertechnik

© ATVD e.V.

Das Ursprungsland der Alexandertechnik ist Australien. Ihr Gründer war ein Schauspieler. Fredrick Matthias Alexander, der von 1869 bis 1955 lebte, entwickelte die nach ihm benannte Alexandertechnik. Auf einen Nenner gebracht, kann man mithilfe dieser Technik Verspannungen im Körper lösen und lernen, sich insbesondere in Alltagssituationen besser zu bewegen und zu halten.

Die Geschichte dahinter

Alexander war als Schauspieler sehr erfolgreich. Allerdings litt er unter starker Heiserkeit, die zunehmend stärker wurde. Er probierte verschiedene Behandlungsmethoden aus, um seine Stimmprobleme zu lösen. Doch seine Beschwerden besserten sich nicht. Er fing an, sich genau zu beobachten, da er davon ausging, dass die Ursache seiner Heiserkeit bei ihm selbst lag. Durch seine Selbstbeobachtung entdeckte Alexander, dass seine Stimme, seine Atmung und seine ganze Haltung von einem gewohnheitsmäßigen Spannungsmuster beeinflusst wurden. Der Schauspieler lernte schließlich, sich von seinen Verspannungen zu lösen: Alexander gelang es nicht nur, seine Heiserkeit und sein Asthma zu heilen. Er öffnete auch Türen für eine neue Körpertherapie. Die ‚Alexandertechnik‘ war geboren.

Dass sich Alexander selbst geheilt hatte, verbreitete sich rasch. Andere Schauspieler baten ihn um Hilfe. Und nicht nur das: Sogar Ärzte schickten ihre Patienten. Als Alexander erkannte, dass viele Menschen unter denselben Verspannungen litten wie er, fing er an, seine Kenntnisse weiter zu verbreiten.

Wie beeindruckend seine Heilmethode ist, zeigte sich, als Alexander mit Ende 70 einen Schlaganfall erlitt, der eine Körperhälfte lähmte. Mithilfe seiner Technik konnte er sich nach einigen Monaten wieder normal bewegen. Im Anschluss an seine Genesung unterrichtete Alexander weiter – bis er im Alter von 86 Jahren starb.

Anerkennung von Nobelpreisträgern

Alexander erhielt für seine Arbeit Zuspruch von ganz unterschiedlichen Seiten. Viele prominente Zeitgenossen waren seine Schüler. Unter anderem George Bernhard Shaw und Aldous Huxley. Da sich die Arbeit von Alexander sowohl durch eine wissenschaftliche als auch durch eine praktische Herangehensweise auszeichnet, erhielt er Anerkennung von Wissenschaftlern und Ärzten. Beispielsweise Sir Charles Sherrington (Nobelpreis für Medizin und Physiologie) und Nikolas Tinbergen (Nobelpreis für Medizin und Physiologie).

Seine Technik beschrieb Alexander in einigen Büchern. Inzwischen gibt es auf der ganzen Welt Alexander-Lehrer. In Deutschland kann man sich seit ungefähr 30 Jahren mit Alexandertechnik behandeln lassen.

Alexandertechnik zeigt Arthrosepatienten wie sie mit ihrem Körper besser umgehen können

Die Alexandertechnik ist für nahezu jeden und jedes Alter geeignet. Sie kann bei einer ganzen Reihe von Krankheiten und Folgen von Krankheiten angewendet werden – und dass, obwohl sie keine therapeutische Methode im schulmedizinischen Sinne ist. Mit Blick auf die Orthopädie hilft sie bei vielen Problemen. Hierzu gehören beispielsweise Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen, Fehlhaltungen, Arthrose, Arthritis oder auch eine Skoliose. Genau genommen ist diese Technik kein therapeutisches Verfahren. Sie ist eher eine individuelle Gebrauchsanweisung für den Körper, beziehungsweise, wie man mit seinem Körper besser umgehen kann. Fast alle Menschen haben sich im täglichen Leben Haltungen und Bewegungsmuster angewöhnt, die zu Muskelanspannungen führen. Oft sind Schmerzen die Folge. Beispielsweise durch ständig eingezogene Schultern. Bei der Alexandertechnik geht es darum, diese falschen Haltungen und Bewegungsmuster zu identifizieren und schließlich nicht mehr durchzuführen. Der Fokus liegt also auf alltäglichen Aktivitäten – auf Bewegungsabläufen, die im täglichen Leben durchgeführt werden. Hierzu gehören unter anderem die Art und Weise des Gehens oder auch das Arbeiten am Computer. Hat man die falschen Bewegungsmuster erkannt und gelernt, sie zu vermeiden, erfolgt eine zunehmende Entspannung. Die Wirbelsäule kann sich besser aufrichten und die täglichen Bewegungsmuster werden optimiert. Da die Wirbelsäule entlastet wird, verringert sich nicht nur der Schmerz, sondern der Körper wird insgesamt regeneriert. Durch die körperliche Entspannung kann sich auch die Psyche entspannen. Die Alexandertechnik vermittelt einen besseren Umgang mit Stress und fördert die Selbstheilungskräfte. Sie hilft sowohl körperlich als auch psychisch erkrankten Menschen.

Eine schöne Leichtigkeit des Bewegens

Die Alexandertechnik ist als Weg zu einem besseren Umgang mit sich selbst zu verstehen. Jeder, der die Technik lernen möchte, macht dies gemeinsam mit einem Lehrer. In der Regel werden ungefähr 20 – 30 Sitzungen von je 30 bis 50 Minuten empfohlen. In den Sitzungen führt und begleitet ein Alexanderlehrer die Lernenden bei Alltagsbewegungen. Durch Berührungen und verbale Anleitungen lernt man, unbewusste Körperhaltung und Bewegungen besser zu erkennen. Man erfährt den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung. Die Klienten erfahren, wie sie erhöhte Muskelanspannungen verringern können und lernen Koordination, Gleichgewicht und Bewegungsabläufe zu verbessern. Der Alexanderlehrer überprüft ständig den Einsatz des Bewegungsapparates seines Klienten. Man lernt, sich ohne Anstrengung ausgewogen zu bewegen und zu halten. Auf diese Weise fühlen sich Alexanderschüler körperlich und psychisch besser. Ziel der Alexandertechnik ist es, dass sich der Anwender selbstständig von falschen Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten befreit. Er lernt, das in den Alexander-Sitzungen Erfahrene in den Alltag zu integrieren.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Alexander-Technik-Verband Deutschland (ATVD) e.V. Tel.: 0761/38 33 57

www.alexander-technik.info

Autor: Birgit Klötzer, M.A., wissenschaftliche Redakteurin

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