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Yoga – mehr Beweglichkeit für die Gelenke

Interview mit Sebastian Basner, Yoga-Lehrer, Brahma Pura, München

Sebastian Basner

Sebastian Basner

Ist ein Beginn mit Yoga auch im Alter (z.B. über 45 Jahre) möglich?
Yoga hat nur bedingt etwas mit dem Alter zu tun. Natürlich gibt es gewisse Übungen mit extrem schnellen und dehnungsintensiven Bewegungen, die nicht den idealen Einstieg für jedes Alter darstellen. Doch gibt es auch Arten, in denen andere Qualitäten gefordert sind. Viel mehr als auf das kalendarische Alter kommt es auch beim Yoga darauf an, dass der Einzelne die Motivation und den Eigenantrieb besitzt, etwas für seinen Körper, Geist und Seele tun zu wollen.

Welche dieser Faktoren können durch Yoga positiv beeinflusst werden: Beweglichkeit, Koordination, Flexibilität, Kraft?
Durch die verschiedenen Asanas (überwiegend ruhende Körperstellungen) und Bewegungen können Verspannungen gelöst werden. Dies führt zu einer gesünderen Körperhaltung, Gelenke können freier bewegt werden und Nerven werden nicht länger blockiert. Auch die Kommunikation zwischen den Organen und dem Gehirn kann sich verbessern. Das Ergebnis ist letztendlich eine Steigerung des Wohlbefindens – und gute Laune stärkt wiederum das Immunsystem. Yoga verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele in Einklang bringen soll, deshalb ist auch das Thema Ernährung nicht zu vernachlässigen. In erster Linie sollte auf eine kohlenhydratreiche Ernährung verzichtet werden.

Gibt es bestimmte Yoga-Arten, die besser zum Einstieg geeignet sind? Oder weniger geeignet sind?
Es gibt viele verschiedene Yoga-Arten, von denen jede einen anderen Schwerpunkt setzt. Für die persönliche Wahl ist es wichtig, sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Yoga kann sehr sanft, aber auch sehr herausfordernd sein, so dass man gehörig ins Schwitzen gerät. So findet jeder Interessierte schnell seinen eigenen Weg. Zur Unterstützung bei der Entscheidung, welches Yoga das richtige ist, empfehle ich eine Probestunde. Wobei es nicht darum geht, nur eine Stunde mal zu probieren, denn diese ersten Einheiten sind von zu vielen Eindrücken überlagert, als dass eine Qualitätsbewertung des Yoga möglich wäre. Ich rate Anfängern und Einsteigern, drei bis vier Stunden zu besuchen und sich dann zu entscheiden, welche Richtung die geeignete ist. Wichtig ist, egal in welche Yogarichtung man reinschnuppern möchte, die Kommunikation mit dem Yogalehrer. Bei körperlichen Einschränkungen kann er ohne weiteres Variationen von Übungen anbieten.

Wie kann ein Einstieg mit Yoga ablaufen? Kann man es alleine lernen? Macht man es täglich?
Idealerweise findet der Einstieg in einem Yogastudio unter Anleitung eines erfahrenen Yogameisters statt. Die Studios bieten Anfängerstunden an, die genau darauf abgestimmt sind, einen leichten Einstieg in die Welt des Yoga zu finden. Zudem fördert die Atmosphäre in einem Yogastudio die eigene Motivation und Konzentration. Dies ist auch der Grund, warum die meisten es bevorzugen, Yoga in einer Gruppe zu praktizieren, anstatt allein daheim. Man sollte sich als Anfänger Raum und Zeit geben. Vielleicht beginnt man einmal die Woche und steigert sich bei Bedarf. In Indien, dem Mutterland des Yoga, gehören die Übungen für viele Menschen zum morgendlichen Ritual, wie bei uns das Zähneputzen.

Gibt es medizinische Gegenanzeigen?
Nein, medizinische Gegenanzeigen gibt es keine. Um unseren Körper und sein System aus Muskeln, Gelenken und Sehnen beweglich und geschmeidig zu halten, benötigt der Körper Bewegung. Natürlich ist es wichtig, den Yogalehrer von etwaigen Erkrankungen des Bewegungsapparats in Kenntnis zu setzen. Um ein gezieltes, individuelles Programm zu erstellen, ist es auch wichtig zu wissen, ob Herz-Kreislauf- oder gar Krebserkrankungen vorliegen.

Macht es Sinn, Yoga mit Tai Chi oder Qigong zu kombinieren?
Leben ist Bewegung. Es spricht nichts dagegen, andere Systeme wie Qigong oder Thai Chi auszuprobieren, um dann zu entscheiden, welches das geeignete für einen selbst ist. Erfahrungen zeigen aber, dass es Sinn macht, sich im weiteren Verlauf für ein System zu entscheiden und sich auf eine Sache zu konzentrieren, denn nur so entwickelt man ein umfassendes Verständnis für das jeweilige System und die Philosophie, die dahinter steckt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sebastian Basner ist selbstständiger Yoga-Lehrer mit eigenem Studio in München und lehrt »Classic Hatha Yoga« und »Herz Yoga«, ein spezieller Therapieansatz für Menschen mit Herzkreislaufbeschwerden und Krebserkrankungen. Zudem lehrt und begleitet er Menschen auf dem Weg der Meditation.
Weitere Informationen unter: www.brahma-pura.com.

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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