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Bei Fingergelenkarthrose an Ergotherapie denken

© Fotomarta - Fotolia

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Die Fingergelenkarthrose kann nicht kausal behandelt werden, damit meint man, dass die Ursache (Kausa) der Erkrankung nicht behandelt werden kann.

Die Fingerarthrose trifft vor allem die Endgelenke (Heberden-Arthrose), die Mittelgelenke (Bouchard- Arthrose), oder das Daumensattelgelenk (Rhizarthrose). Der Verlauf führt zu einer Vergröberung der Gelenkkonturen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen.

Üblicherweise können in Schmerzschüben sogenannte nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden. In oraler Form (Tabletten) sind sie effektiver als in Salbenform, wobei beides geeignet ist. Weitere Therapieoptionen sind Strombehandlungen (Iontophorese, Tensbehandlung). Kortisoninfiltrationen in das betroffene Gelenk sind auch eine wirksame Option, sollten aber nicht zu oft wiederholt werden. Im Anfangsstadium kann auch ein Versuch mit Nahrungsergänzungsmittel unternommen werden z. B. mit Glucosamin und Chondroitinsulfat. Hyaluronsäure kann auch in Form von Spritzen ins Gelenk eingesetzt werden. Im Spätstadium kommen operative Verfahren in Frage wie Versteifungen und Prothesen.

Ergotherapie bei Fingergelenkarthrose

Um ein arthrotisches Finger- oder Handgelenk vorbeugend zu behandeln, ist die Ergotherapie eine gute, teilweise unterschätzte Methode. Sie wird öfters eingesetzt bei entzündlichen Finger- und Handgelenkentzündungen mit rheumatischer Ursache, die früher und oft schneller zu starken Bewegungseinschränkungen und Verformungen führen. Aber auch bei arthrotischen Finger sollte Ergotherapie eingesetzt werden.

Das Ziel der Ergotherapie ist es, eine größere Selbständigkeit im Alltagsleben, eventuell auch im Berufsleben, zu erreichen. Die Maßnahmen beruhen zunächst auf eine Verbesserung der Beweglichkeit der betroffenen Gelenke, eine Stärkung der dafür benutzen Muskeln und einer Beratung über Hilfsmaßnahmen im alltäglichen Leben.

Wie funktioniert’s?

  • die Gelenkbeweglichkeit wird zunächst gemessen, eventuell auch die Kraft, die feinmotorische Fähigkeiten und die Sensibilität der Haut.
  • die eigentliche Behandlung besteht aus Mobilisationen der Gelenke sowohl aktiv als auch passiv (die Gelenke werden selbst bewegt oder vom Therapeuten mobilisiert). Anschließend kann auch ein Kraftaufbautraining erfolgen.
  • ein wichtiger Aspekt ist die Beratung. Diese ist wichtig für Arbeiten im häuslichen Umfeld (Anbringen von Haltegriffe, räumliche Veränderungen zum Beispiel in der Küche), eventuell auch im Beruf. Es können Griffe angepasst werden z. B. an Maschinen, Messer, Gabel, Löffel und andere Gebrauchsgegenstände. Hilfsmittel wie Flaschen- und Gläseröffner, Schreibhilfen, Anziehhilfen können, wenn notwendig, verordnet werden. Möglich ist sogar die Versorgung mit speziell gestalteten Fahrradlenkergriffen, Telefonen oder Fernsehfernsteuerungen.

Wichtiges Ziel der Ergotherapie ist die Prävention. Da der Verlauf der Arthrose nicht gestoppt werden kann, sollte man zumindest den Verlauf bremsen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Durch Tipps und Tricks können Belastungen vermieden werden, die eine besonders starke Beanspruchung der Fingergelenke verursachen. Wie bereits erwähnt, können einfache Hilfsmittel wie zum Beispiel spezielle Griffe für Objekte aus dem Alltag eine weitere deutliche Entlastung bringen.

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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