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Knieprothese bei Kniearthrose: Wie wird nachbehandelt?

Logo AJ_2Ich habe eine fortgeschrittene Kniearthrose und erhalte bald eine Knieprothese. Wie wird die Nachbehandlung nach einer Knieprothese durchgeführt und wie lang dauert sie? Muss ich in eine Kurklinik?

Herr L., Koblenz

Antwort

Sehr geehrter Herr L.,

die Nachbehandlung beginnt schon am Operationstag. Wenn Sie früh morgens operiert werden, können Sie eventuell schon abends die ersten Übungen (Muskelanspannungsübungen) unter Anleitung durchführen. In den ersten Tagen wird das Knie meistens auf einer Motorschiene gebeugt und gestreckt. Der Winkel kann bei Bedarf stufenlos erhöht werden.
Der nächste wichtige Schritt ist aufzustehen und zu gehen, sei es mit Rollator oder, wenn die Kraft im Oberkörper und in den Armen reicht, mit zwei Unterarmgestützen. Dann kommt der Moment, wo man das Treppensteigen trainiert. Dieses Training, wie alle vorausgegangenen Schritte, kann zunächst nur in Begleitung eines Physiotherapeuten erfolgen und sollte innerhalb einer Woche möglich sein.
Es gibt keine standardisierten Regeln, wann man was tun kann. Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle: das Alter, die körperliche Fitness, die man bereits vor OP hatte oder, ob noch andere Gelenke eingeschränkt belastbar sind. Ein entscheidender Faktor in den ersten Tagen ist eine adäquate Schmerztherapie, idealerweise durch einen Schmerzkatheter.
Eine Kur wird normalerweise nach einem Aufenthalt von fünf bis zehn Tagen im Krankenhaus eingeleitet. Sie besteht im Schnitt aus einer dreiwöchigen stationären Behandlung in einer Kurklinik. Möglich ist jedoch auch eine ambulante Behandlung bei einem Krankengymnasten. Der sollte im optimalen Fall auch über Geräte verfügen, die ein freies Training ermöglichen. Eine ambulante Nachbehandlung ist durchaus möglich, verlangt aber eine größere Selbstständigkeit und Motivation des Patienten mit einer Unterstützung in der häuslichen Versorgung.
Die Gehstützen werden im Schnitt sechs bis acht Wochen benutzt, Autofahren dürfte nach vier bis sechs Wochen möglich sein, je nach Seite, die operiert wurde und ob man Automatik oder Kupplungspedale benutzt.

Die Auskünfte unserer Experten sind generelle und unverbindliche Stellungnahmen, die einen Besuch bei einem Arzt oder Apotheker keinesfalls ersetzen.

 

Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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