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Arthrose im Kniegelenk – was nun?

HüftprotheseBei mir wurden letzte Woche in einer Arthroskopie 70 Prozent meines linken Außenminiskus entfernt und ein Knorpelschaden 3.und 4. Grades festgestellt. Womit muss ich mittel- bzw. langfristig rechnen? Werde ich zwangsläufig mit einem kuenstlichen Kniegelenk rechnen müssen?

Frau M., Zingst

Antwort

Sehr geehrte Frau M.,

theoretisch kann man davon ausgehen, dass die arthrotischen Veränderungen in Ihrem Knie sich weiter entwickeln werden. Wie schnell das sein wird, und ob Sie jemals eine Prothese benötigen werden, hängt von vielen Faktoren ab. Da ist einerseits der genetische Faktor, der nicht zu vernachlässigen ist und laut Studien bis über 50 Prozent des Arthroserisikos ausmacht. Andererseits spielt die Achse Ihrer Beine und die Stabilität des Bandapparates des betroffenen Kniegelenkes eine Rolle. Haben die Beine eine regelrechte Achse und ist Ihr Bandapparat stabil mit gutem Bewegungsumfang des Kniegelenkes, ist die Prognose eher besser.

Außerdem sollten Sie die Muskulatur Ihrer Beine, wenn möglich, trainieren. Als Sportarten empfiehlt sich Fahrradfahren, eventuell Nordic Walking und Schwimmen. Sie sollten mit Ihrem Orthopäden und Physiotherapeuten eine Art Trainingsplan erstellen, da diese beiden Ansprechspartner einerseits das Ausmaß Ihrer Arthrose, andererseits auch Ihren jetzigen Trainingszustand kennen. Mit ein wenig Einsatz von Ihrer Seite muss nicht zwangsläufig von weiteren Operationen ausgegangen werden.

Die Auskünfte unserer Experten sind generelle und unverbindliche Stellungnahmen, die einen Besuch bei einem Arzt oder Apotheker keinesfalls ersetzen.

Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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