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Richtig sitzen – wie geht das?

© apops - Fotolia.com

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Heutzutage sitzen Menschen mehr als ihnen guttut. Die meisten von ihnen sitzen in einer falschen Haltung. Und das fordert die Wirbelsäule heraus.

Ein Grund für die Zunahme des Sitzens ist die Veränderung in der Arbeitswelt. Im Vergleich zu früheren Zeiten sitzen deutlich mehr Menschen bei ihrer Arbeit als zu früheren Zeiten und verrichten wesentlich weniger schwere körperliche Arbeit. Während das Muskel- und Skelettsystem vor Eintritt des technischen Fortschrittes eher zu starken Belastungen ausgesetzt war, wird es heute tendenziell zu wenig belastet. Die Folge: Der Halte- und Bewegungsapparat leidet unter Bewegungsmangel und Bewegungsmonotonie.

Dass Sitzen durchaus erholsam ist, merkt man daran, wie angenehm es sein kann, wenn man sich nach längerer körperlicher Bewegung hinsetzen kann. Dennoch ist Sitzen die am wenigsten gesunde Art der ‚Körperhaltung‘. Wie ungesund das Sitzen ist, hängt davon ab, wie lange jemand in einer bestimmten Sitzhaltung bleibt und wie der Sitz beschaffen ist.

Sehr kritisch ist das Sitzen, wenn die Wirbelsäule eine Haltung einnimmt, bei der sie ein C bildet. Eine bessere Haltung dagegen stellt das Doppel-S dar. Ebenfalls Kennzeichen einer Fehlhaltung sind ein verschobener Kopf und hochgezogene Schultern.

Fehlhaltung verringert Wohlbefinden

Die Liste der Schäden ist lang, die durch eine längere Fehlhaltung hervorgerufen werden. Es kann beispielsweise in der Muskulatur des Rückens und des Nackens zu Verspannungen und Verhärtungen kommen. Der Brustkorb wird eingeengt und die Atmung erschwert. Da eine Fehlhaltung auch die Bauchorgane einengt, kann die Verdauung gestört werden. Kopfschmerzen gehen ebenfalls oft auf das Konto von Fehlhaltungen. Letztendlich führt eine falsche Körperhaltung beim Sitzen zu einer Verringerung des Wohlbefindens und der allgemeinen Leistungsfähigkeit.

Die Kunst des aufrecht-dynamischen Sitzens

Aufrecht Sitzen

Richtiges Sitzen heißt, dass sich die Wirbelsäule in ihrer physiologischen Form befindet: Das Becken ist leicht nach vorne gekippt. So wird der Übergangsbereich vom Kreuzbein zur Lendenwirbelsäule bestmöglich belastet. Kippt das Becken nach vorne, hebt sich der Brustkorb leicht an und kann auf diese Weise die Bewegung gut mitmachen. Dies führt dazu, dass sich die Belastungsverhältnisse im Übergangsbereich von Lenden- und Brustwirbelsäule verbessern, wodurch die Atmung freier wird. Die Halswirbelsäule streckt sich und die Wirbelsäulenabschnitte werden gleichmäßig belastet. Das aufrechte Sitzen zeichnet sich auch dadurch aus, dass der Schultergürtel entspannt und aufrecht auf dem Brustkorb sitzt. Die Schultern sollten dabei nicht hochgezogen werden. Denn diese Haltung bewirkt, dass der Schultergürtel keine Auflagefläche mehr hat: Er wird durch Muskeln nach oben gehoben, was diese überfordert und sich durch Schmerzen äußert.

Dynamisch Sitzen

Dynamisches Sitzen zeichnet dadurch aus, dass Hüftgelenke und Wirbelsäule beweglich bleiben. Bei dieser Form des Sitzens balanciert das Becken fortlaufend auf den Sitzhöckern, der Brustkorb und der Schultergürtel an der Brustwirbelsäule und der Kopf auf der Halswirbelsäule.

Dynamisch zu sitzen bedeutet, die Sitzhaltung oft zu wechseln. Hierdurch werden die Muskeln auf vielseitige Art und Weise gefordert. Durch das dynamische Sitzen werden die negativen Einflüsse einer eher gleichbleibenden Sitzweise verringert. Diese Form des Sitzens bewirkt eine bessere Durchblutung der Muskeln, da sie einem Wechsel von Spannung und Entspannung unterliegen. Sind die Muskeln besser durchblutet, verspannen sie sich seltener.

 

Autor: Birgit Klötzer (M.A.), wissenschaftliche Redakteurin

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