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Was man über den Rollator wissen sollte!

Rollator

© Robert Hoetink – Fotolia

Die Idee kommt aus Schweden und wurde erstmals 1990 in Deutschland angeboten. Heute werden im Schnitt 500.000 Rollatoren pro Jahr in Deutschland verordnet.

Der Rollator wird als Gehhilfe benutzt. Er ist kein Ersatz für einen Rollstuhl. Er macht Sinn, wenn das Gehen unsicher wird (zum Beispiel durch Schwindel) und wenn nach längeren Strecken trotz Gehstock Schmerzen auftreten. Er ermöglicht ein kurzes Draufsetzen sowie das Tragen von Einkäufen oder Taschen.

Der moderne Rollator hat vier Räder, die in der Form eines Trapezes angeordnet sind. Er hat zwei Handgriffe und feststellbare Bremsen. Das Bremsensystem (Dauerschleifbremse, Handhebelbremse, Seilzugbremse) wird je nach Indikation und Einsatz ausgesucht. Als Zubehör sind unter anderem eine Sitzfläche, ein Korb oder eine Ablagefläche, ein Stockhalter und Getränkehalter möglich.

Der Rollator ist klappbar, aber nicht unbedingt leicht zu tragen. Das ist ein Aspekt, der je nach Wohnsituation (Treppe!) berücksichtigt werden sollte.

Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Wie wird ein Rollator richtig benutzt?

Richtig geht man aufrecht, den Körper nahe an den Handgriffen. Wenn man den Rollator weit vor sich schiebt, bringt er keine Entlastung für die Beine.

Bei der Einweisung in die Handhabung des Rollators sollten auch Situationen aus dem täglichen Leben geübt werden: Das Öffnen von Türen, das Hinsetzen und Aufstehen. Sollte der Rollator in der Wohnung benutzt werden, sollte der Bodenbelag angepasst werden (nicht zu glatt, keine zu dicken Teppiche). Die Sitzflächen in der Wohnung müssen mit dem Rollator gut erreicht werden können.

Worauf man aufpassen muss

  • Den Rollator sollte man immer erst nach einer Einweisung benutzen. Es ist wichtig, an den Griffen keine Taschen aufzuhängen.
  • Wenn man sich stärker aufstützen muss, achtet man am besten darauf, nahe am Rollator zu gehen, um ein Kippen zu vermeiden.
  • Man sollte ihn nur auf festem und flachem Untergrund benutzen. Auf abschüssigen Wegen daran denken, die Betriebsbremse zu benutzen.
  • Man achte darauf, dass der Klappmechanismus immer fest arretiert ist.
  • Ein Rollator wird manchmal sehr früh im Krankheitsverlauf – beispielsweise einer Arthrose – eingesetzt. Wichtiger ist noch, ihn nicht zu spät einzusetzen, da er doch die Sturzgefahr deutlich reduziert und die Mobilität vergrößert.
  • Richtige Hightechgeräte sind zurzeit in Planung, zum Beispiel mit LED-Beleuchtung oder Bewegungsfühler, die vor einem beginnenden Kippen durch einen Alarm warnen. In Erprobung ist auch das Auslösen eines Notrufes bei einem Sturz, der dann über ein GPS-System eine Ortung erlaubt.

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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