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Tai Chi und Qi Gong: Mit asiatischen Methoden gegen Arthrose

© Pixelio

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Die asiatischen Bewegungsformen des Tai Chi Chuan (Tai Chi, Taiji) und Qi Gong stammen aus der traditionellen chinesischen Medizin. Sie werden sowohl zur medizinischen Behandlung als auch zur Stabilisierung der Gesundheit eingesetzt. Die chinesische Philosophie bildet die Grundlage dieser Bewegungsformen. Sie besagt, dass Erkrankungen durch Energieblockierungen oder Energiemangel entstehen. Konzentriertes Üben, Dehnen und Kräftigen in Verbindung mit bewusstem Atmen bringt tiefe Entspannung und Regeneration. Der Übende findet innere Ruhe und die eigene Mitte. Haltungsfehler und Rückenschmerzen werden gemindert, die Elastizität von Muskeln und Blutgefäßen nimmt zu, Bluthochdruck kann behoben werden. Des Weiteren wird die Verdauung verbessert, das vegetative Nervensystem reguliert, und man fühlt sich leistungsfähiger und gestärkt. Geschicklichkeit, Kraft, Gleichgewicht, Flexibilität, Stabilität werden aufgebaut, Schlafstörungen, Migräne und Spannungskopfschmerzen werden behoben. Herz-Kreislaufpatienten profitieren davon, genauso wie Menschen mit orthopädischen Problemen oder Diabetiker. Tai Chi schärft außerdem den Geist, harmonisiert die Seele und stärkt das Selbstvertrauen.

Tai Chi und Qi Gong bei Arthrose

Für Arthrosepatienten sind diese beiden heilgymnastischen Methoden besonders gut geeignet. Bei den sanften, natürlichen Bewegungen wird der Bewegungsbereich der Gelenke nicht überschritten. Die Gelenke werden bei den zeitlupenartigen Bewegungen nur kurz und schonend belastetet. Dies führt auf längere Sicht zu einer Stärkung und Kräftigung, so dass Schmerzen nicht mehr so leicht auftreten. Die Stellung der Gelenke steht dabei in der Regel im Zusammenhang mit der Ausrichtung des Rumpfes und der Gliedmaßen. Außerdem erhöhen die Übungen das Wahrnehmungsvermögen, fördern die Gelassenheit und innere Ausgeglichenheit und helfen, Stress abzubauen. Man sollte diese Methoden nicht aus Büchern lernen sondern sich von fachkundigen Therapeuten anleiten lassen. Die Anleitung durch einen Lehrer hilft, die Übungen richtig zu erlernen. Anschließend können sie zu Hause alleine weiter durchgeführt werden.

Unterschied Tai Chi und Qi Gong

Qi Gong

Tai Chi Chuan und Qi Gong sind schwer von einander zu trennen. Qi bedeutet Lebensenergie, Gong bedeutet Übung. Qi Gong wird seit Jahrtausenden als Gesundheitsübung praktiziert. Es sind einfache, leicht zu erlernende, sich ständig wiederholende Bewegungsabläufe. Die Übungen werden ohne Kraftanwendung im Stehen ausgeführt. Meist benötigt man nur einen Quadratmeter Platz und dadurch können sie jederzeit und überall geübt werden. Qi Gong ist für jede Alterklasse geeignet. Der traditionellen chinesischen Medizin zufolge entsteht eine Krankheit, wenn der Fluss der Lebensenergie stockt. Qi Gong besteht aus einfachen Atem- und Bewegungsübungen, die das Qi, welches in den Energiebahnen, den Meridianen, durch den Körper fließt, wieder frei fließen lassen soll. Diese Meridiane sind vergleichbar mit Adern, in welchen das Blut zirkuliert. Die Meridiane durchziehen den Körper wie ein Netz, das Organe und Körperteile miteinander verbindet. Durch harmonische Bewegungsabläufe, eine bewusste, ruhige Atmung und Konzentration auf die Lenkung der Vorstellungskraft werden Energieblockaden im Körper gelöst. Die Übungen haben ähnlich wie bei Tai Chi einen meditativen Effekt. Qi Gong berücksichtigt auch die Gefühle, denn anders als bei Tai Chi wird jedem Meridian eine bestimmte Gefühlslage zugeordnet, so beeinflussen die Übungen nicht nur das Wohlbefinden sondern auch die Psyche.

Die Übungen des Qi Gong können im Sitzen, Liegen oder Stehen ausgeübt werden. Bei allen Übungen konzentriert sich der Übende auf eine gleichmäßige tiefe Atmung, um die Lebenskraft Qi aufzunehmen und fließen zu lassen.

Tai Chi

Tai Chi Chuan (auch: Taijiquan, Taiji oder „Schattenboxen“) wurde ursprünglich als Kampfkunst entwickelt und ist deswegen übungs- und platz- und bewegungsintensiver als Qi Gong. Heute zeichnet sich Tai Chi durch seine langsamen, weichen und ineinander übergehenden Bewegungen (Schattenboxen in Zeitlupe), seinen meditativen Charakter und philosophischen Hintergrund aus. Die Bewegungsabläufe sollen, wie bei Qi Gong auch, zu innerer Ausgeglichenheit, Konzentration, zum Abbau von Spannungen und Stress und zur Förderung des gesundheitlichen Wohlbefindens beitragen. Tai Chi stärkt die Widerstandskraft und die innere Haltung, man wird gelöst und heiter. Es entspannt, festigt die Gesundheit und ist geeignet zur Therapie von chronischen Erkrankungen. Gelenkschmerzen werden bei regelmäßigem Training gelindert, steife Gelenke werden trainiert. Durch regelmäßiges Üben stärkt man die Beinmuskulatur und die Spannkraft in den Muskeln, Sehnen und Bändern. Die Meditation hilft dem Übenden, das Bewusstsein zu beruhigen, indem Gedanken und Bindungen, die Stress und Angst erzeugen, losgelassen werden. Die geforderte Loslösung vom Ego geht über in den Bereich der Spiritualität, der historisch eng mit dem Tai Chi verbunden ist. Tai Chi hilft, einen guten Qi-Fluss durch die Meridiane aufrechtzuerhalten. Die sanften, flüssigen Bewegungsfolgen sind eine ausgezeichnete Übung für jeden und Studien überall auf der Welt weisen positive Resultate auf. Daher empfehlen immer mehr Ärzte Tai Chi ihren Patienten. Es sollte auch jeder Interessierte von sich aus zuerst seinen Arzt konsultieren.

Tai Chi und Qi Gong Übungsbeispiele

Die Übungen tragen naturverbundene Namen wie „der Flug der Wildente“ oder „Rudern auf einem See“.

Qi Gong

„Den Regenbogen einfangen“: Hierbei wird der Regenbogen von der linken in die rechte Hand und zurück gegeben: Der linke Arm wird ausgebreitet, die Handfläche nach oben gestreckt. Jetzt den rechten Arm heben, den Oberkörper neigen, den Kopf nach rechts und die linke Hand hebt den Regenbogen über den Kopf hinweg in die rechte Handfläche. Das Gleiche umgekehrt. Dabei wird tief eingeatmet und langsam ausgeatmet.

Tai Chi

Die Füße sind nach außen gerichtet, das Becken leicht nach vorne gekippt, die Wirbelsäule aufgerichtet, weich in den Knien. Das Gewicht wird nach rechts verlagert, links einen Schritt in den schulterbreiten Stand, die Zehen beider Füße nach vorne. Das Gewicht auf beide Füße verteilen und die Arme ausgestreckt mit entspannt hängenden Händen auf Brusthöhe heben („schweben“ lassen), Die Schultern und den Nacken nicht anspannen. Mit dem Ausatmen die Finger heben, bis sie nach vorne zeigen, die Handgelenke leicht absinken lassen. Die Ellbogen beugen und die Arme leicht anziehen. Dann die Arme seitlich des Körpers sinken lassen, leicht in die Knie gehen. Der Übende stellt sich hierbei vor, dass von den Füßen Wurzeln in die Erde wachsen und der Körper mit einem goldenen Faden am Scheitel am Himmel angebunden ist.

Autor: Dr. oec. troph. Sybilly Römmelt, wissenschaftliche Redakteurin

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