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Mit Sophrologie entspannt gegen Schmerzen

Sophrologie

© hyperworx – Fotolia

Sophrologie ist eine junge Therapieform. Sie versteht sich als Wissenschaft und Philosophie des Bewusstseins, aber auch als Therapiemethode. A. Caycedo, ein Neuropsychiater aus Kolumbien, hat sie vor 54 Jahren entwickelt. Caycedo nahm an, dass eine Krankheit ein Zeichen für ein Ungleichgewicht von Körper, Seele und Geist ist. Ihm war wichtig, alle drei Bereiche gleichzeitig zu behandeln. Caycedos Ziel war, nicht nur Krankheiten zu behandeln, vielmehr sollte die Sophrologie Menschen dabei helfen, mehr über sich selbst zu erfahren und auf diese Weise seelisch ausgeglichener zu werden. Verbreitet ist die Methode heutzutage insbesondere in Frankreich und der Schweiz.

Vor allem wird die Sophrologie bei Beschwerden angewendet, bei denen Stress und seelische Faktoren eine wesentliche Rolle spielen. Zum Einsatz kommen sowohl körperliche als auch psychische Entspannungstechniken, die präventiv oder auch symptomverringernd wirken können. Sophrologie zeigt Wege auf, wie man seinen Atem kontrollieren und innere Spannungen lösen kann. Sie unterstützt dabei, das eigene Vorstellungsvermögen für sich zu nutzen und seine Gesundheit zu verbessern. Die Methode hilft beispielsweise bei Schmerzen – also auch bei Schmerzen, die durch Arthrose verursacht werden oder auch bei Rückenbeschwerden.

Verknüpfung östlicher und westlicher Denkweisen

Sophrologie ist ein Zusammenspiel westlicher und östlicher Denkweisen. Zu den östlichen Denkweisen gehören beispielsweise Yoga und Ayurveda. Auch Zen, eine in China entstandene geistige Strömung, die sich auf die Ausbildung des Geistes bezieht, ist ein wesentliches Element der Sophrologie. Die westlichen Einflüsse sind unter anderem auf Teilbereiche des Autogenen Trainings, der Bioenergie und der psychotonen Entspannung zurückzuführen. All diese Methoden beruhen auf Entspannungstechniken, die Menschen dabei helfen, sich körperlich und seelisch ausgeglichen zu fühlen.

Am Anfang einer Sophrologie-Behandlung sollte sich der Patient zunächst entspannen. Die Entspannung wird erreicht, indem man seine Muskeln entkrampft und ruhig atmet. Im entspannten Zustand gelingt es besser, sich mit seinen inneren Empfindungen und Erinnerungen auseinanderzusetzen.

Die drei Bewusstseinsebenen der Sophrologie

Die Theorie der Sophrologie beinhaltet drei Bewusstseinsebenen. Die drei Ebenen sind die Schlaf- und Wachebene sowie die „sophroliminale“ Ebene. Die „sophroliminale“ Ebene beschreibt einen Zustand zwischen Wach- und Schlafebene. Der Patient erfährt eine tiefe Entspannung und verstärkte Erlebnisfähigkeit. Der sophroliminale Zustand wird durch Hypnose erreicht. Der Patient bekommt einen besseren Zugang zu seinen geistigen Fähigkeiten und seiner Gefühlswelt. Im sophrologischen Zustand kann er positiven Einfluss auf sein Bewusstsein nehmen. Es handelt sich hierbei nicht um einen passiven Zustand. Das Gegenteil ist der Fall: Es werden aktive Vorgänge initiiert.

Krankheit hängt mit der Lebensweise zusammen

Im Entspannungszustand versucht der Patient herauszufinden, welchen Zusammenhang es zwischen seiner Lebensweise und seinen Krankheitssymptomen geben könnte. Ein Sophrologe leitet ihn hierbei an. Patienten mit Arthrose können beispielsweise versuchen, sich auf ihre Schmerzen und die damit verbundenen Erinnerungen zu konzentrieren. Auf diese Weise erkennen sie die Fehlhaltungen, welche die Schmerzen verursachen. Im zweiten Schritt werden die Fehlhaltungen durchbrochen. Der Patient stellt sich in seinen Gedanken vor, wie er ab jetzt die schmerzbringenden Bewegungen vermeidet und wie er sich anstelle dessen verhält. Auch der zweite Schritt wird von einem Sophrologen begleitet und angeleitet. Da sich der Patient in einem entspannten Zustand befindet, kann er die geistige Vorstellung seiner neuen Verhaltensweise besser verarbeiten und sich daran erinnern.

Nicht zum Einsatz kommen sollte Sophrologie bei einer schlecht eingestellten Epilepsie. Aufgrund der psychischen Komponente der Sophrologie sollte der Therapeut über wesentliche psychologische Kenntnisse verfügen. Denn da sich der Patient während der Sophrologie-Sitzungen in einem stark entspannten Zustand befindet, können auch verdrängte negative Erlebnisse auftauchen. Als entscheidenden Aspekt der Sophrologie macht sich der Therapeut den entspannten Zustand zunutze, denn in dieser Situation ist der natürliche Widerstand des Patienten verringert.

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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