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Ernährung bei Arthrose: Ingwer – Eine Wurzel mit Profil

© bit24 - Fotolia

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Ingwer ist eines der am häufigsten verwendeten Gewürze weltweit. Vor etwa 2000 Jahren gelangte die Pflanze von Indien in das Römische Reich, wo sie wegen ihrer medizinischen Eigenschaften sehr geschätzt wurde. Im 13. und 14. Jahrhundert hatte ein Pfund der Pflanze so viel Wert wie ein ganzes Schaf. Heute wird der Ingwer gegen postoperative Übelkeit, Verdauungsbeschwerden, während der Chemotherapie, in der Schwangerschaft, bei rheumatoider Arthritis, Arthrose oder Gelenk-und Muskelschmerzen eingesetzt. Ingwer ist eine tropische Pflanze mit grün-roten Blüten und einem aromatischen Wurzelstock, einem sogenannten Rhizom. Oleoresin, ein Ölharz des Ingwer-Rhizoms, beinhaltet viele bioaktive Komponenten, wie z. B. das Gingerol, dem eine Vielzahl von pharmakologischen und physiologischen Wirkungen nachgesagt wird und das für die Schärfe des Ingwers verantwortlich ist. Obwohl der Einsatz von Ingwer in der Regel als sicher eingestuft wird, sollte er aufgrund fehlender Studien nur vorsichtig eingesetzt werden.

Antientzündliche Wirkung von Ingwer

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Ingwer Entzündungen, Schwellungen und Schmerzen reduziert und bei der Therapie von Arthrose und Rheuma eingesetzt werden kann. (Reginster et al. 2000). Gingerol, das eine ähnliche Struktur und Wirkung aufweist wie Aspirin, aber auch der Extrakt aus dem Rhizom des Ingwers verhinderten Gelenkschwellungen (Funk et al. 2009). In einer Studie z. B. erhielten 250 Patienten mit unterschiedlich starken Arthrose-Schmerzen zweimal täglich Ingwer – in roher oder erhitzter Form – oder ein Placebo. In der Ingwergruppe stellte sich nach sechs Wochen bei zwei Dritteln der Patienten eine Linderung der Schmerzen und Entzündungserscheinungen ein (Altman und Marcussen 2001).

Auch wenn die Daten, die Ingwer eine effektive antientzündliche Wirkung zuschreiben, noch unvollständig sind und weitere Studien hier benötigt werden, berichteten Patienten mit rheumatoider Arthritis, Arthrose oder mit allgemeinen Muskelschmerzen von einer Schmerzlinderung und Verbesserung der Gelenkschwellungen nach der Einnahme von Ingwer-Puder (Srivastava and Mustafa 1992).

Um die Wirkung von der Pflanze zu spüren, kann man täglich kleine Stücke der Wurzel über einen längeren Zeitraum einnehmen. Dabei ist es egal, in welcher Form der Ingwer eingenommen wird. Er wirkt roh genauso wie erhitzt. Gut geeignet ist auch Ingwer-Tee.

Quellen:

Altman R D, Marcussen K C: Arthritis Rheum. 2001;44(11):2531–8
Funk J L et al.: J Nat Prod. 2009;72:403–7.
Reginster J Y et al.: Curr Rheumatol Rep. 2000;2(6):472–7
Srivastava K C, Mustafa T: Med Hypotheses. 1992;39(4):342–8

Autor: Birgit Klötzer, M.A., wissenschaftliche Redakteurin

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