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Hüftarthrose: Mit dem Tübinger Konzept zu mehr Mobilität

© Robert Lerich - Fotolia

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Bei der Hüftarthrose handelt es sich um eine fortschreitende degenerative Erkrankung. Fast jeder 10. Erwachsene ist betroffen. Kennzeichen einer Hüftarthrose sind Schmerzen, die sich nach intensiver Bewegung bemerkbar machen. Eine Hüftarthrose kann den Alltag auf eine harte Probe stellen, da vor allem die Mobilität stark eingeschränkt ist.

Bisher gibt es keine Heilung. Die Therapie der Hüftarthrose zielt daher auch wie bei den anderen Arthrosearten in erster Linie darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Bewegungsfähigkeit zu erhöhen. Zu den Therapiemaßnahmen der Hüftarthrose gehört auch eine Sport- und Bewegungstherapie. Als besonders erfolgreich hat sich das Tübinger Konzept erwiesen. Die erste Tübinger Hüftsportgruppe wurde bereits 1995 gegründet. Die Patienten lernen in dieser Gruppe, wie sie ihre Hüft- und Beinmuskulatur stärken und wie sie die Gelenke muskulär kräftigen. Die Bewegungstherapie kann den Krankheitsverlauf verzögern und die Symptome verringern. Zurzeit gibt es im Präventionsverein Tübingen e. V. über 25 Hüftsportgruppen.

Bewegungsprogramm ist wissenschaftlich getestet

Inga Kraus und Kollegen haben die Wirkung des Programms in einer Studie untersucht und die Ergebnisse im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. Um herauszufinden, wie sich die Bewegungstherapie auf den Krankheitsverlauf auswirkt, teilten die Forscher 225 Patienten mit Hüftarthrose in drei Gruppen. Eine Gruppe wurde mit dem Tübinger Hüftkonzept (THüKo) behandelt. Eine andere Gruppe bekam gar keine Behandlung. Sie diente als Kontrollgruppe. Die dritte Gruppe war die Placebogruppe. Patienten dieser Gruppe wurden einmal pro Woche 15 Minuten lang mit einem Schein-Ultra-Schall behandelt.

Die Patienten mit Hüftarthrose der THüKo-Bewegungstherapie besuchten einmal pro Woche über einen Zeitraum von zwölf Wochen eine 60- bis 90-minütige Gruppenstunde. Ergänzend führten sie zu Hause zweimal in der Woche ein Übungsprogramm durch. Das Programm beinhaltete neben der Bewegungstherapie auch wichtige Informationen über das Training, anatomische Grundlagen und Informationen über das Krankheitsbild. Zudem erhielten die Patienten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen – eine Situation, die beispielsweise bei der Entscheidungsfindung für eine bestimmte Therapie hilfreich sein kann. Die Übungen des Trainingsprogramms hatten das Ziel, die hüftumgebenden Muskeln zu stärken sowie das Gleichgewicht und die Bewegungskoordination zu verbessern. Nach Ende der 12-wöchigen Bewegungstherapie berichteten die Patienten, dass sich die Symptome der Hüftarthrose verbessert haben. Sie hatten weniger Schmerzen und waren in ihren Bewegungen weniger eingeschränkt. Durch die erhöhte Beweglichkeit fiel es ihnen leichter, den Alltag zu bewältigen, und sie nahmen aktiver als vor dem Training am Leben teil.

 

Bewegungstherapie bei Hüftarthrose: Lesen Sie auch die Buchbesprechung: „Das Tübinger Hüftkonzept: Von der Wissenschaft in die Praxis“

 

Quelle:

Krauß, Inga; Steinhilber, Benjamin; Haupt, Georg; Miller, Regina; Martus, Peter; Janßen, Pia: „Sporttherapie bei Coxarthrose“— eine randomisierte kontrollierte Studie,

Excercise therapy in hip osteoarthritis—a randomized controlled trial, Dtsch Arztebl Int 2014; 111(35-36): 592-9; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0592.

Autor: Birgit Klötzer, M.A., wissenschaftliche Redakteurin

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