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Ernährung bei Arthrose – 10 Lebensmittel, auf die Sie nicht verzichten sollten

© Brian Jackson - Fotolia

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Es gibt keine ‚Wunder-Diät‘ gegen Arthrose, doch mehren sich die Hinweise, dass eine gesunde Ernährung, die mit bestimmten Lebensmitteln versehen wird, helfen könnte, Entzündungen und Gelenkschmerzen bei Arthrose zu bekämpfen.

1. Blaubeeren

Blaubeeren verfügen über einen hohen Gehalt an Antioxidantien und sind damit sehr gute Radikalfänger. Insbesondere das Anthocyanidin (blauer Farbstoff der Blaubeere), das in großer Menge in Blaubeeren vorhanden ist, unterstützt die antioxidative Abwehrkraft des Körpers. Damit lässt sich auch die entzündungshemmende Wirkung der Blaubeeren erklären. So hemmen Anthocyane die Cycloxygenasen und Lipoxygenasen – Enzyme, die an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt sind – und verringern damit die gelenkzerstörenden Prozesse, und können so Arthritis oder eine aktivierte Arthrose positiv beeinflussen.

2. Olivenöl

Olivenöl, nicht wegzudenken aus der mediterranen Küche, ist reich an einfach ungesättigten Fettsäuren. Diese gesunden Fette stehen in der Diskussion, das Risiko für Herzerkrankungen und bestimmte Krebsarten zu senken. Die Forschung zeigt, dass Menschen, die über ihre Ernährung mehr einfach ungesättigte Fettsäuren zu sich nehmen und dafür weniger gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren, seltener unter chronischen Herz-Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose, Diabetes, Krebs und Asthma leiden. Ein wichtiger Inhaltsstoff des Olivenöls in Bezug auf Arthrose ist das Oleocanthal. Es verfügt über einen ähnlichen entzündungshemmenden und schmerzstillenden Effekt wie Ibuprofen und wirkt nachweislich bei degenerativen Gelenkerkrankungen.[1]
Wichtig: Stellen Sie sicher, dass Sie natives Olivenöl kaufen, denn dieses enthält einen höheren Anteil an Oleocanthal.

3. Champignons

Champignons sind reich an Vitamin D. Der tägliche Bedarf gesunder Menschen liegt bei 5 Mikrogramm, bei Erwachsenen über 65 Jahre bei 10 Mikrogramm pro Tag. In 150 Gramm Champignons sind etwa 3 Mikrogramm Vitamin D enthalten.
Einige Studien in ‚Arthritis & Rheumatism‘ besagen, dass Vitamin D den Knorpel schützen und das Risiko der Gelenkspaltverengung bei Kniearthrose reduzieren kann. Das Kennzeichen von Arthrose ist Knorpelverlust, so Dr. Changhai Ding vom Menzies Research Institute in Tasmanien, Australien. In einer Studie fanden Ding und Kollegen heraus, dass Arthrose-Patienten mit ausgeglichenem Vitamin-D-Status etwa 1,5 Prozent weniger Knorpelabrieb pro Jahr hatten als Patienten mit Vitamin-D-Mangel. Ding zufolge kann ein ausgeglichener Vitamin-D-Status einen Kniegelenkersatz signifikant hinauszögern.[2]

4. Brokkoli

Der Brokkoli gehört zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt. Er ist reich an Vitamin C, Beta-Carotin, Kalzium, Kalium, Phosphor, Eisen und Folsäure. Sein Vitamin C-Gehalt ist annähernd so hoch wie der der Paprika. Aufgrund des hohen Vitamin C- und Beta-Carotin-Gehalts verfügt Brokkoli über ein hohes antioxidatives Potenzial, welches das Gelenk vor dem Angriff freier Radikale schützt, bevor diese das Gelenk massiv schädigen. Darüber hinaus ist das Antioxidanz Vitamin C für die Entwicklung des Knorpels notwendig. Vitamin-C-Mangel kann zu schwachem Knorpel führen und die Arthrosebeschwerden verstärken.

Auch Sulforaphan, ein sekundärer Pflanzenstoff, der in hohen Mengen im Brokkoli vorkommt, könnte einen positiven Einfluss auf den Verlauf einer Arthrose haben.[3] In Versuchen mit Gewebekulturen und menschlichen Knorpelzellen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Sulforaphan die Enzyme (Metalloproteasen), die für Knorpelabbau (krankhaften Abbau von Kollagen und Aggrecan) und Gelenkverschleiß verantwortlich sind, blockierte. Gleichzeitig wirkte der sekundäre Pflanzenstoff entzündungshemmend.

5. Grünes Blattgemüse

Grünes Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl oder Mangold kann dem Abbau von Muskeln und Knochen vorbeugen. Es verfügt über einen hohen Anteil an Antioxidantien und Vitamin A, C und K, wie auch über Kalium und Folsäure, die für das Gelenk einen Schutz vor freien Radikalen darstellen. Kaum ein Nahrungsmittel hat bei so wenigen Kalorien einen so hohen gesundheitlichen Benefit wie grünes Blattgemüse.

6. Knoblauch

Der Knoblauch gehört zur Familie der Lauchgewächse, ebenso wie Zwiebeln oder Porree. Allen gemein ist ihr hoher Gehalt an Disulfiden (Schwefelstoffverbindungen), denen nachgesagt wird, dass sie bei einer Vielzahl von Krankheiten helfen können – inklusive Arthrose. Diese Komponente könnte einen limitierenden Effekt auf Enzyme haben, die den Knorpel schädigen, so der Rheumatologe Scott Zashin, MD, von Medical School der Universität von Texas in Dallas. In einer Studie an Zwillingen fanden Forscher heraus, dass bei Menschen, die viel Knoblauch und Lauchgewächse aßen, im Röntgenbefund seltener Hinweise auf eine Hüftarthrose zu finden waren. Verantwortlich hierfür sind die Disulfide. Diese hemmen sogenannte Metalloproteasen – Enzyme, die bei erhöhtem Gehalt mit einer Reihe pathologischer Entzündungszustände im Gelenk in Verbindung gebracht werden. [4]

7. Kirschen

Kirschen scheinen die Symptome von Arthrose wie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen reduzieren zu können, so die Aussage von Wissenschaftlern des Philadelphia VA Medical Centers. In einer Studie an 53 Patienten mit Kniearthrose konnten die Wissenschaftler zeigen, dass bereits zwei Gläser Kirschsaft pro Tag (500 ml/Tag, hergestellt aus ca. 90 Kirschen) reichten, um die Schmerzen zu verringern, die Gelenksteife und die Funktion des Gelenks zu verbessern. Verantwortlich dafür sind sogenannte Anthocyane, so die Forscher. Anthocyan, der blaurote Farbstoff der Kirschen, verfügt über eine antioxidative Wirkung und kann Entzündungen reduzieren, indem er die Ausschüttung von entzündungsfördernden Stoffen, den Prostaglandinen, hemmt. [5]

8. Lachs

Im Lachs stecken viele Omega-3-Fettsäuren, die das Risiko eines plötzlichen Todes aufgrund eines Herzinfarkts, einer koronaren Herzkrankheit, eines Gedächtnisverlusts oder einer Alzheimer-Erkrankung verringern können. Es konnte auch gezeigt werden, dass Lachs, regelmäßig über die Ernährung aufgenommen, helfen kann, die Symptome von Arthrose und Depressionen zu kontrollieren. Die Omega-3-Fettsäuren verringern das Fortschreiten der Arthrose und scheinen über ein hohes therapeutisches Potential zu verfügen, einen Knorpelabbau aufgrund chronischer Entzündungen im Gelenk vorzubeugen.[6] Wenn möglich, bevorzugen Sie wilden Lachs. Zuchtlachs ist oft höher kontaminiert und schmeckt weniger gut.

9. Süßkartoffeln

Süßkartoffeln gehören zu den 10 gesündesten Lebensmittel – und das aus gutem Grund: Die Süßkartoffel ist ein sehr nährstoffreiches Gemüse, das über einen hohen Anteil an Ballaststoffen, Kalium, Vitamin A und C verfügt. Süßkartoffeln wirken antioxidativ und entzündungshemmend – eine Eigenschaft, die auch bei entzündlicher Arthrose von Vorteil ist. Darüber hinaus haben sie einen stabilisierenden Effekt auf den Blutzuckerspiegel und verfügen über Eigenschaften, die sich günstig bei Herzerkrankungen auswirken.

10. Walnüsse

Walnüsse runden die Liste der 10 Lebensmittel gegen Arthrose ab. Sie stecken voller Omega-3-Fettsäuren. Sie tragen dazu bei, dass Gelenkschmerzen und die Gelenksteife reduziert werden. Walnüsse sind nicht nur reich an gesundem Öl, sie verfügen auch über einen hohen Gehalt an Vitamin E, welches Vitamin C im Kampf gegen Entzündungen unterstützt, und Selen. Das Spurenelement Selen trägt dazu bei, Schwellungen und Gelenksteifheit zu kontrollieren.
Aber Vorsicht: Walnüsse stecken auch voller Kalorien. Menschen, die gerade abnehmen, sollten nur eine kleine Hand voll täglich davon verzehren.

Quellen:
[1] Iacono A et al. Arthritis & Rheumatism 2010; 62: 1675-82.
[2] Ding C et al. Arthritis Rheum. 2009 May;60(5):1381-9.
[3] Davidson R K et al. Arthritis & Rheumatism, DOI: 10.1002/art.38133.
[4] Williams F M K et al. BMC Musculoskelet Disord. 2010 Dec 8;11:280.
[5] Schumacher H R et al. Osteoarthritis Cartilage. 2013 Aug;21(8):1035-41.
[6] Dzielska-Olczak M et al. Pol Merkur Lekarski. 2012 May;32(191):329-34.

Autor:  Dr. oec. troph. Sybilly Römmelt, wissenschaftliche Redakteurin

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