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Die Behandlung mit Kortisonspritzen

Kortinsonspritzen

© ursule – Fotolia

Kortison wird oft als Behandlung der Wahl bei schmerzhaften, entzündeten Gelenken eingesetzt und in Form von Spritzen appliziert.

Das natürliche Kortisol wird in der Nebenniere produziert und zum Beispiel bei Stress ins Blut abgegeben. Das injizierbare Kortison wird synthetisch hergestellt und ist nahe verwandt mit dem natürlichen Kortison. Kortison vermindert die Reaktion des Körpers auf entzündliche Prozesse. Dabei ist es egal, ob die entzündlichen Prozesse durch eine Verletzung oder durch Bakterien beziehungsweise Viren verursacht wurden. Kortison bekämpft somit die Schmerzen nicht direkt, sondern durch eine Reduzierung der Entzündungsphänomene.

Wird das Kortison direkt in das entzündete Gelenk oder Gewebe gespritzt, kann eine sehr hohe lokale Konzentration erreicht werden ohne den gesamten Körper zu beeinträchtigen. Das direkte Spritzen hat den Vorteil, dass die Wirkung schneller und gezielter einsetzt. Die Injektion kann im Bereich von Gelenken (Knie, Schulter) durchgeführt werden, oft in Kombination mit einer Punktion eines Gelenkergusses. Bei speziellen Indikationen an der Wirbelsäule kann die Infiltration unter Röntgendurchleuchtung oder computertomographischer Kontrolle durchgeführt werden.

Wie oft kann man spritzen?

Es gibt keine definierten Regeln, die besagen, wie häufig gespritzt werden kann. Allerdings bestehen Bedenken bei wiederholtem Spritzen am gleichen Ort.

  • Zeigen eine oder zwei Spritzen am gleichen Ort keine Wirkung, macht es eigentlich keinen Sinn, in dem Bereich weiter zu spritzen.
  • Wiederholtes Spritzen an der gleichen Stelle kann das Gewebe schwächen – bis hin zu spontanen Rupturen (beispielsweise bei Sehnen) und den Knorpel erweichen. So sollte bei sonst intakten Gelenken oder intaktem Gewebe die Spritze nicht öfters in kurzen Abständen wiederholt werden. Dies gilt jedoch nicht unbedingt bei schwerer Kniegelenkarthrose, wenn das Gelenk bereits stark abgenützt ist. In dieser Situation wird in regelmäßigen Abständen (4 bis 6 Monate) in das gleiche Gelenk gespritzt.

Welche Risiken und Nebenwirkungen sind möglich?

Beim Spritzen ist es sehr wichtig, strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten, um eine bakterielle Infektion zu vermeiden. Die Hygienemaßnahmen beinhalten Desinfektion der Haut, Tragen von Handschuhen und eventuell eines Mundschutzes.

Mögliche Risiken, die mit dem Spritzen einhergehen können, sind Verletzungen eines Hautnerves, die Rückbildung von Gewebe durch das Kortison (Atrophie des Fettgewebes) sowie eine weißliche Verfärbung der Haut (Depigmentierung). Durch die Kristallform können auch verstärkte Reaktionen mit Wärme, Rötung und Ergussbildung in einem Gelenk entstehen. Dieses Risiko ist heute durch die Benutzung von kleineren Kristallen in der Lösung verringert.

Manchmal kann ein vorübergehend begleitender Flush (Rötung der Gesichtshaut) entstehen, der über mehrere Stunden bis zu einigen Tagen anhält. Betroffen vom begleitenden Flush sind vor allem Frauen.

Möglich ist auch eine vorübergehende Steigung des Blutdruckes.

Bei Diabetikern wird ebenfalls Vorsicht geboten, da es zu einer vorübergehenden, manchmal starken Erhöhung des Blutzuckers kommen kann. Diabetiker können sich auf diese Wirkung einstellen, indem sie die Insulin-Dosierung – in Absprache mit ihrem Arzt – vorübergehend erhöhen.

In seltenen Fällen können die Kortisonspritzen allergische Reaktionen hervorrufen.

Fazit

Kortisonspritzen bieten bei vielen orthopädischen Erkrankungen, vor allem bei arthrotischen Gelenken eine sehr wirkungsvolle Möglichkeit, um Schmerzen zu verringern – wenngleich auch die Vor- und Nachteile deutlich bei jeder Behandlung abgewogen werden müssen.

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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