Anzeige

Arthrose: Steckbrief Hyaluronsäure

Arthroskopie_1Hyaluronsäure ist ein Bestandteil des Knorpels und der Flüssigkeit im Gelenk. Künstlich hergestellt wird sie unter anderem bei Arthrose angewendet. Denn unter der Anwendung von Hyaluronsäure könnten sich möglicherweise Entzündungen, die durch eine Arthrose hervorgerufen werden, bessern. Bei Patienten mit einer Kniearthrose spritzt der Arzt die Hyaluronsäure direkt in das Gelenk. Neben der Kniearthrose besteht auch die Möglichkeit, Hyaluronsäure bei einer Hüftarthrose oder Problemen im Schulter- und Sprunggelenksbereich anzuwenden.

Wie Hyaluronsäure bei Arthrose helfen kann

Der Begriff der Säure leitet sich aus dem Griechischen ab und heißt ungefähr so viel wie ‚Glas‘. Die Aufgabe der Substanz ist es, zusammen mit der Flüssigkeit im Gelenk die Reibung zu verringern. Produziert wird die Hyaluronsäure von der Schleimhaut der Gelenkkapsel, in die das Gelenk eingebettet ist.

Allerdings stellt der Körper mit zunehmendem Alter weniger Säure her – und eine der Folgen ist, dass die Gelenke arthrotisch werden können. Da Hyaluronsäure aus einer Kette von Zuckermolekülen besteht, kann sie ungefähr das 6.000-fache ihres Eigengewichts an Wasser binden. Und diese Eigenschaft machen sich Kosmetik und Medizin zunutze.

Patienten, die von Arthrose betroffen sind, können die Substanz dem Körper auf zwei Wegen zuführen: die orale Zufuhr erfolgt durch Kapseln. Zudem kann es direkt in das betroffenen Gelenk injiziert werden. Beide Möglichkeiten können auch miteinander kombiniert werden. Das Spritzen kann mehrmals wiederholt werden. Die Wirkung der Hyaluronsäure beruht auf der Annahme, dass sie den Knorpel Schritt für Schritt wieder aufbauen und die Entzündung unterbinden kann. Arthrose-Patienten wird geraten, mit der Behandlung so früh wie möglich zu beginnen.

Verträglichkeit

Das Mittel gilt allgemein als gut verträglich. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen hängen davon ab, zu welchem Zweck Hyaluronsäure angewendet wird. Patienten, die eine Behandlung mit Hyaluronsäure in Betracht ziehen, sollten vor einer möglichen Anwendung ausführlich mit ihrem Arzt über das Für und Wider besprechen.

Bei der oralen – beispielsweise in Form von Kapseln – Anwendung ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Hyaluronsäure keine tierische Herkunft hat. Denn bei nicht-tierischen Präparaten sind Nebenwirkungen in der Regel eher selten.

Wird das Mittel im Rahmen einer Arthrose-Behandlung unter die Haut gespritzt, sollten Patienten dies grundsätzlich in einer Arztpraxis durchführen lassen. Kurze Zeit nach der Injektion können Rötungen und Schwellungen auftreten. Diese Beschwerden lassen jedoch schnell wieder nach. Neben diesen Beschwerden kann es sein, dass sich Hämatome (Blut sammelt sich im Körpergewebe an) bilden. Die Hämatome bleiben meist nur wenige Tage bestehen und klingen dann ab. Infolge der Injektion können allerdings auch sehr starke Schmerzen am Gelenk auftreten und es kann zu einer Überreaktion des Gewebes kommen. In diesem Fall wird die Behandlung abgebrochen.

Allergische Reaktionen werden – wie bei der Einnahme in Form von Kapseln – bei den Injektionsbehandlungen eher selten beobachtet, da hier ebenfalls keine aus tierischen Substanzen hergestellte Säure verwendet wird.

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

Diesen Beitrag drucken
Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen

Teilen Sie diesen Beitrag