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Arthrose oder Rheuma?

© Stasique - Fotolia

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Arthrose und Rheuma werden oft verwechselt. Es handelt sich um zwei verschiedene Krankheitsbilder, die unter bestimmten Umständen ähnliche Symptome zeigen.

Die Arthrose ist eine verschleißbedingte Erkrankung des Knorpels. Durch einen meist altersbedingten Knorpelabrieb kommt es zu schmerzhaften Veränderungen im Gelenk, die nach einiger Zeit die Bewegungen einschränken. Zunächst leiden die Patienten unter Belastungsschmerzen. Zu den Belastungsschmerzen kommen im weiteren Krankheitsverlauf noch Ruheschmerzen hinzu. Dieser Gelenkverschleiß kann durch viele Faktoren begünstigt werden, zum Beispiel durch Übergewicht, eine Fehlstellung oder übermäßige Belastung des Gelenks. Am meisten betroffen sind Knie- und Hüftgelenke, da sie den meisten Belastungen ausgesetzt sind.

Beim Rheuma handelt es sich eigentlich um einen Begriff aus dem Volksmund, der korrekterweise Krankheit des rheumatischen Formenkreises genannt werden sollte. Der Begriff fasst somit eine Vielzahl (etwa 400) von verschiedenen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates zusammen. Bei vielen Patienten ist die körpereigene Abwehr, das sogenannte Immunsystem fehlgesteuert und greift das eigene Gewebe und Gelenke an. Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis. Weitere Formen bewirken Bindegewebserkrankungen und Gefäßerkrankungen. Sie können auch durch Stoffwechselstörungen oder Viren ausgelöst werden. Die Diagnose ist im Anfangsstadium nicht immer einfach.

Genaue Diagnose wichtig

Bei Rheuma besteht eine Gelenkbeteiligung meistens aus einer Arthritis, damit ist lediglich eine Entzündung eines Gelenkes gemeint. Die geht einher mit einer Schwellung, einer Einsteifung, einem Erguss und einer Erwärmung des Gelenkes und ist oft schmerzhaft. Normalerweise treten diese Symptome eher morgens auf. Auch bei der Arthrose, die verschleißbedingte Erkrankung eines Gelenkes, kann im akuten Stadium ein entzündetes Gelenk vorliegen mit obengenannten Symptomen. Diese sind dann nicht durch ein autoimmunes Geschehen verursacht, sondern mechanisch zum Beispiel durch Überbeanspruchung.

Im englischen Sprachraum wird die Arthrose „ Osteoarthritis“ genannt, im deutschen Sprachraum spricht man von Arthritis nur bei rheumatischen Erkrankungen oder bei einer akuten, aktivierten entzündeten Gelenkarthrose.

Somit ist eine aktivierte Arthrose nicht immer einfach von einem rheumatischen Gelenk zu unterscheiden. Der Verlauf, die Untersuchung, Röntgenaufnahmen und Laboruntersuchungen können jedoch meistens die genaue Diagnose ermöglichen. In manchen Fällen, zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen mit unauffälligen Blutuntersuchungen, kann oft nur der Krankheitsverlauf zeigen, um welche Erkrankung es sich handelt. Wichtig zu wissen ist, dass manche rheumatischen Erkrankungen eine ganz spezifische medikamentöse Behandlung brauchen, die relativ früh im Krankheitsverlauf eingesetzt werden sollte.

Autor: Dr. oec. troph. Sybille Römmelt, wissenschaftliche Redakteurin

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