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6 Wege, wie Sie Ihre Knie sicher schädigen

Knie

© Dmytro Panchenko – Fotolia

Das Knie ist ein sehr komplexes und anfälliges Gelenk. Das weiß man spätestens, wenn man sich das vordere Kreuzband gerissen hat. Man könnte die Kniegelenke als die Räder ansehen, die uns mit der Erde verbinden und uns beim Fortbewegen helfen. Sie werden fortlaufend beansprucht und die Lebensqualität geht schnell gegen null, wenn sie einen Schaden haben.

Das Kniegelenk ist ein aufwendiges Gebilde, bestehend aus Knochen, Knorpel, Bänder, Sehnen und Muskeln. Es muss andauernd eine optimale Kombination aus Stabilität und Beweglichkeit erhalten. Sollte ein Bestandteil des Knies verletzt werden, kann das ganze Gebilde aus den Fugen geraten und es entsteht eine Arthrose.

 

Im Folgenden wird erklärt, wie Sie diesen Prozess beschleunigen können

  1. Sie ignorieren Knieschmerzen.
    Wenn der Körper Ihnen Signale schickt, sollten Sie diese nicht unterschätzen. Als Regel gilt, dass Schmerzen, welche die täglichen Abläufe einschränken, abgeklärt werden sollen.
  2. Sie haben Übergewicht.
    Übergewicht kann eine Kniearthrose auslösen oder sie verstärken. Zwei Drittel der Übergewichtigen haben eine Kniearthrose. Wenn sie bereits Arthrose haben, nehmen sie eher Gewicht zu, und sie haben weniger Lust auf Sport, der die Schmerzen verstärkt. Sie können dann Fahrradfahren oder kurze Strecken auf flachem Boden mit Nordic-Walking-Stöcken gehen. Besser wäre, noch vorbeugend das Gewicht zu reduzieren, ehe eine Arthrose eintritt.
  3. Sie vermeiden eine ausreichende Rehabilitations- und Ruhephase nach einer Verletzung.
    Sie sollten sich durch Ärzte und Physiotherapeuten beraten lassen, wie sie Ihr Kniegelenk wieder in Schuss kriegen. Je nach Art der Verletzung können Rehabilitations- und Ruhephase einige Wochen bis zu einigen Monaten in Anspruch nehmen. Um weitere Schäden zu vermeiden, sollten sie mit Ihrem Arzt absprechen, welche Schmerzen sie in dieser Aufbauphase akzeptieren können.
  4. Eine neue Sportart ohne spezielle Ausbildung und Training praktizieren.
    Jede Sportart hat zum Beispiel ihre typischen häufigsten Verletzungen. Man hat zum Beispiel festgestellt, dass bestimmte neuromuskuläre Trainingstechniken in bestimmten Sportarten das Risiko einer Kreuzbandverletzung halbieren können. Dies kann zum Beispiel durch eine verbesserte Sprungtechnik und Beinkraft erfolgen.
  5. Übertreiben.
    Bei Leistungssportlern gibt es den Begriff ‚Übertrainieren‘. Ein plötzlicher Anstieg der Intensität und der Dauer des Trainings ohne Erholungsphasen verursacht einen physiologischen und psychologischen Stress, der zu Verletzungen führen kann. Wiederholte starke Belastungen können zu Sehnenentzündungen und Problemen im Kniescheibenbereich führen. Sie sollten das Training bezüglich Intensität und Dauer langsam steigern, eventuell unter Aufsicht eines Experten und ausreichende Ruhephasen einlegen. In diesem Fall heißt das unter Umständen auch, dass Sie nicht jeden Tag trainieren sollten. Weiterhin sollten Sie drauf achten, auf harte Trainingseinheiten leichte folgen zu lassen. Auch sollten Sie Dehnungsübungen vor und nach dem Training durchführen.
  6. Sie vergessen, die anderen Gelenke und Muskeln in Form zu halten.
    Um ein ausreichendes Koordinationstraining durchzuführen, sollte der ganze Körper trainiert sein. Dazu gehören die Lendenwirbelsäule, der Oberschenkel und der Beckenbereich mit dem Hüftgelenk. Nur so kann auch ein Teil der Belastung der Knie abgefangen werden.

Bewegung ist Trumpf

Studien haben bewiesen, dass Bewegung die beste Präventionsmaßnahme ist, um das Entstehen einer Arthrose zu vermeiden. Bewegung ist auch die wirksamste nicht-medikamentöse Behandlung zur Reduzierung von Schmerzen und zur Verbesserung der Beweglichkeit des Kniegelenks bei bereits bestehender Arthrose. Sport verbessert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, baut Stress ab und fördert die Selbstheilungskräfte. Dies ist bereits der Fall, wenn man etwa 180 Minuten pro Woche sportlich moderat aktiv ist. Wer denkt, mehr tun zu müssen, sollte einige Regeln beachten (siehe oben) und bedenken, dass die Knorpelzellen, die zerstört werden, sich nie mehr neu bilden. Bewegen Sie sich und tun Sie damit Ihrem Knie etwas Gutes!

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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