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Was tut bei der Kniegelenkarthrose eigentlich weh?

Kniegelenkarthrose

© underdogstudios – Fotolia

Schmerzen stellen eigentlich das Hauptsymptom bei der Kniegelenkarthrose dar. Wie man vermuten könnte, handelt es sich um eine Kombination von Mechanismen, die oft gleichzeitig auftreten.

 

 

Mögliche Schmerzauslöser der Kniegelenkarthrose

  1. Schmerzen werden durch Osteophyten verursacht. Es handelt sich dabei um Knochenanbauten seitlich an den Gelenkflächen, die sich die Natur wahrscheinlich als Vergrößerung der tragenden Gelenkflächen ausgedacht hat. Diese Knochenanbauten drücken auf die darauf liegende Knochenhaut und können so Schmerzen verursachen.
  2. Schmerzen können auch durch einen erhöhten Druck im Knochen unterhalb des Knorpels entstehen, ausgelöst durch einen Stau der Blutversorgung.
  3. Eine Entzündung der Gelenkschleimhaut (Synovitis) kann zu Schmerzen führen. Werden die Schmerzrezeptoren auf der Schleimhaut gereizt, löst dies ebenfalls einen Schmerzreiz aus.
  4. Eine Ermüdung der Muskeln, die auf das Gelenk übergreifen, kann Schmerzen verursachen.
  5. Schmerzen können zudem durch Kontrakturen (Verkürzungen) der gelenkumgreifenden Strukturen wie Kapsel, Bänder und Sehnen bedingt sein. Dadurch verringert sich der Bewegungsumfang des Gelenks. Das Gangbild verändert sich durch den Muskelabbau. Insgesamt verstärkt sich so die Fehlbelastung, was wiederum zu einer mechanisch ausgelösten Entzündung der Gelenkstrukturen führen kann. Dadurch können sich auch schmerzhafte Muskelkrämpfe bilden.
  6. Ein Gelenkerguss, der die Kapsel dehnt, kann auch sehr schmerzhaft sein. Eingerissene Menisken oder lose Knorpelfragmente, die zu Einklemmungen führen, verursachen ebenfalls Beschwerden.
  7. Auch angrenzende Schleimbeutel können, wenn sie sich entzünden, anschwellen und auf diese Weise Schmerzen hervorrufen.

Das Schmerzgedächtnis führt zu chronischen Schmerzen

Bekannt ist auch eine Schmerverstärkung durch psychologische Faktoren (Angstzustände, Depression) sowie durch eine zentrale Schmerzsensibilisierung der Nervenzellen im Rückenmark und im Gehirn. Es handelt sich dabei um das Schmerzgedächtnis, das die auslösenden Schmerzursachen überdauert und zur Chronifizierung führt.

In vielen Fällen liegt auch eine Arthrose der Wirbelgelenke vor, insbesondere der Lendenwirbelsäule. Zusätzliche Symptome entstehen durch Knochenanbauten im Bereich der Wirbelgelenke, die zu Nerveneinklemmungen führen. Dadurch kann es unter Umständen zu Beschwerden (Ischias) im Bereich der Beine kommen, die die Schmerzen der Kniegelenkarthrose überlagern.

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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