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Wann brauche ich eine Arthroskopie des Sprunggelenks?

IMAGE005Die Arthroskopie des Sprunggelenks wird sowohl am oberen als auch am unteren Sprunggelenk (subtalares Gelenk) durchgeführt. Die Arthroskopie des unteren Sprunggelenks wird eher nur in spezialisierten Zentren durchgeführt. Sie hat seltenere Indikationen und bedarf aufgrund der Größe und der begrenzten Zugänge eines speziellen Instrumentariums. Die Arthroskopie des oberen Sprunggelenks ist die dritthäufigste Arthroskopie nach dem Knie- und Schultergelenk.

Ablauf der Arthroskopie

Der Patient wird auf dem Rücken gelagert, nach Anlage einer Blutsperre, Desinfektion und Abdeckung wird das Gelenk zunächst mit 20 ml physiologischer Lösung aufgefüllt. Die Kapsel dehnt sich und man erkennt die Zugänge für die Spiegelung, einmal vor dem Außenknöchel und einmal vor dem Innenknöchel. Nach Stichinzisionen werden das Arthroskop und die Instrumente eingeführt, im Wechsel zwischen Außen- und Innenseite. Nach Inspektion der vorderen Gelenkkammer kann in speziellen Fällen durch getrennte Zugänge auch die hintere Kammer untersucht werden. Es gibt verschiedene apparative Methoden, um das Gelenk aufzuklappen. Dies kann auch manuell erfolgen.

Was kann operiert werden?

Die Arthroskopie eignet sich vor allem dazu, überschüssiges und störendes Gewebe zu entfernen:

  • Knorpelfragmente und freie Gelenkkörper nach Verletzungen.
  • vernarbte Bandstrukturen und Narben, die ins Gelenk hineinragen und zu vorderen Einklemmungen (Impingement) führen.
  • verdickte, entzündete Schleimhaut (beispielsweise beim Rheumatiker).
  • knöcherne Anbauten an der Vorderkante des Schienbeins.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit gibt es bei Durchblutungsstörungen des Talus (Ferse), die zu Knorpelschäden führen. Diese meist umschriebenen Bereiche können angebohrt und mit Mikrofrakturen behandelt werden. Manchmal können geeignete lose Knorpelknochenfragmente wieder fixiert werden.

Zuletzt besteht auch die Möglichkeit, eine Versteifung des oberen Sprunggelenks arthroskopisch assistiert durchzuführen. In dem Fall wird die Entknorpelung und Anpassung der Gelenkflächen durch arthroskopische Verfahren (Fräsen) durchgeführt.

So kann im Fall eines arthrotischen oberen Sprunggelenks, wenn konservative Maßnahmen keinen anhaltenden Erfolg bringen, eine Arthroskopie in Erwägung gezogen werden. Im besten Fall kann dann durch eine sogenannte Gelenktoilette, bei der eingeklemmte Weichteile, überschüssige Knochensporne und freie Gelenkkörper minimalinvasiv entfernt werden, eine Linderung der Beschwerden erreicht werden. Im Spätstadium kommen eher Versteifungsoperationen oder Prothesen in Frage. Vorteile und Nutzen müssen mit dem Orthopäden – abhängig vom Befund und den Beschwerden – abgewogen werden.

Die Risiken der Arthroskopie des Sprunggelenks sind in erster Linie Nerven- und Gefäßverletzungen, sowie Infektionen, Knorpel- und Sehnenverletzungen.

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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