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Welchen Bewegungsumfang benötigt das Knie?

Kniearthrose Bewegungsumfang Der Bewegungsumfang (auf Englisch: range of motion oder ROM) eines Gelenkes wird in Grad gemessen. Beim Kniegelenk wird die volle Streckung mit 0 Grad bezeichnet, wobei die maximale Beugung im Schnitt 130 ° beträgt, bei jüngeren Menschen bis zu 160°. Der Mensch benötigt zum Beispiel eine Beugung bis zu 70°, um auf einer normal flachen Fläche zu gehen. Zum Treppensteigen ist eine Beugung von 80 bis 90° notwendig. 120° Beugung werden benötigt, damit man sich aus einem tiefen Sessel erheben oder von einem Toilettensitz aufstehen kann. Zum Fahrradfahren werden mindestens 110°  benötigt. Neben dem Bewegungsumfang ist es auch möglich, den passiven oder schmerzfreien Bewegungsumfang zu messen.

Wie kommt es zur Bewegungseinschränkung?

Eine Bewegungseinschränkung kann vielfältig sein. Eine Verletzung oder Entzündung mit Schwellung führen zunächst zu einer schmerzbedingten Bewegungseinschränkung. Hält diese länger an, verkürzen sich Sehnen und Muskeln oder es schrumpft die Gelenkkapsel und es erfolgen Verwachsungen im Gelenk. Diese Folgen der Bewegungseinschränkung führen zu einer fixierten Gelenksteife, der nur noch mühsam rückgängig gemacht werden kann. Im Spätstadium kann es zu Verformungen der Gelenkflächen kommen.
Weitere Ursachen einer Bewegungseinschränkung können zum Beispiel Schlaganfälle, Arthrose, Parkinsonkrankheit und Knochenbrüche mit oder ohne Ruhigstellung sein.
Altersbedingte degenerative Veränderungen haben vielfach eine Abnahme der Gelenkbewegungsumfänge von 20 bis 25% zur Folge. Bei pflegebedürftigen Menschen nehmen die Gelenkbewegungsumfänge oft deutlich schneller ab.

Wie kann man den Bewegungsumfang verbessern?

Die Zahlen verdeutlichen, wie wichtig es ist, den Bewegungsumfang des Knies durch tägliches Üben zu trainieren, damit die Flexibilität des Gelenkes erhalten bleibt. Liegt bereits eine Bewegungseinschränkung – insbesondere in der Streckung – vor, wird das Fortschreiten der Arthrose durch unphysiologisches Belasten des Kniegelenkes begünstigt. Tipp: Im Wasser kann dieses Training  deutlich effektiver als an Land durchgeführt werden. Eine Physiotherapie hilft ebenfalls dabei, durch vorsichtige Dehnungen und spezielle Techniken die Beweglichkeit zu verbessern.

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

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