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Hüftendoprothese: Kein größeres Risiko bei über 90 Jährigen!

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© giorgiomtb – fotolia

Eine Studie, vorgetragen beim Meeting der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) 2014, zeigt, dass bei älteren Patienten nach Implantation einer Hüftprothese ähnliche Ergebnisse wie bei jüngeren Patienten erzielt werden: Ältere Patienten profitieren von einem künstlichen Hüftgelenk genauso gut wie jüngere Patienten.

Dr. Alex Miric, orthopädischer Chirurg aus Los Angeles und seine Kollegen haben 183 Patienten, die bei der Operation 90 oder über 90 Jahre alt waren,10 Jahre lang nachuntersucht. Die Ergebnisse der älteren Patienten verglichen sie mit den Daten von 43.000 jüngeren Patienten, die ebenfalls ein neues Hüftgelenk erhalten hatten. Für die Studie wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt: unter 80, 80 bis 89 und über 90 Jahre.

Ergebnisse sprechen für die Gesundheit von über 90-jährigen

Keiner der über 90-jährigen Patienten litt unter einer tiefen Beinvenenthrombose (in der Gruppe der 80 bis 89-jährigen hatten 1,2% der Patienten und bei den unter 80-Jähringen weniger als 1 % eine tiefe Beinvenenthrombose).

Bei den älteren Patienten wurden nicht mehr Infekte beobachtet als bei den jüngeren Patienten. Der Krankenhausaufenthalt war bei den über 90-jährigen im Schnitt nur geringfügig länger als bei den 80 bis 89-jährigen. Doch war bei den älteren Patienten das Risiko höher, innerhalb von 90 Tagen nach der Operation wieder im Krankenhaus aufgenommen zu werden.

Die Todesrate bei der Nachuntersuchung von 90 Tagen nach der Operation war bei den älteren Patienten höher (2,7% im Vergleich zu 1,3% bei den 80 bis 89-jährigen und 0,2% bei den unter 80-Jährigen). Bezüglich der Sterberate nach der Operation wäre zu ergänzen, dass die Sterberate bei über 90-jährigen im Allgemeinen bei etwa 20% pro Jahr liegt. Bei der Gruppe der über 90-jährigen in der Studie lag sie nur bei 5,5%.

Ein über 90-jähriger, der körperlich und geistig fit ist und an einer fortgeschrittenen Hüftarthrose leidet, könne durchaus eine Operation in Betracht ziehen und diese Möglichkeit mit seinem Orthopäden besprechen. Wichtig wäre hierbei insbesondere, dass die Operations- und Narkosefähigkeit abgeklärt wird, so lautet die Schlussfolgerung der Forscher aus der Studie.

Quelle:
Alex miric,M.D., orthopedic surgeon, Kaiser Permanente, Los Angeles; Craig Della Valle,M.D.,professor, orthopedic surgeon, Rush University Medical Center; Chicago, March 11, 2014, presentation, American Academy of Orthpaedic Surgeons annual meeting, New Orleans.

Autor: Birgit Klötzer M.A., wissenschaftliche Redakteurin

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