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Fünf Fakten, die man vor der Implantation einer Hüftprothese wissen sollte

Hüftprothese

Hüftprothese

1. Hüftprothesen halten nicht ewig

Hüftprothesen können lange halten – fragen Sie Ihren Operateur, wird er von 15 oder 20 Jahren sprechen. Bei diesen Zahlen handelt es sich jedoch um statistische Durchschnittswerte. Ein Operateur kann nicht mit Sicherheit sagen, wie lange Ihre Prothese halten wird. Eine frühzeitige Lockerung der Prothese ist zwar selten, aber möglich. Die Ursache dafür können zum Beispiel sogenannte low-grade Infektionen sein, wenig auffallende, schwelende Infektionen, die mit normalen oder nur leicht erhöhten Entzündungsparametern einhergehen.

2. Komplikationen sind möglich

Die Implantation einer Prothese ist ein großer Eingriff. Neben den üblichen allgemeinen Komplikationen, die bei einem Eingriff vorkommen können, wie Infektionen, Blutungen, Nervenverletzungen und Thrombosen, können auch spezifische Komplikationen wie zum Beispiel Ausrenkungen (Luxationen) der Prothese und Beinlängendifferenzen eintreten.

3. Eine Gewichtsreduktion verbessert das Operationsergebnis

Bei übergewichtigen Patienten kann bereits eine Reduzierung des Körpergewichts um 5 Prozent den Gelenkschmerz signifikant reduzieren und die Notwendigkeit einer Prothese hinauszögern. Patienten mit Übergewicht, die vor einem Eingriff ihr Gewicht reduzieren, haben ein deutlich niedrigeres Risiko, Komplikationen zu entwickeln. Sich erst operieren zu lassen, um danach besser Gewicht reduzieren zu können, gelingt eher selten, ist aber in einigen Fällen möglich. Eine Gewichtsreduktion kann sich auch positiv auf andere Faktoren wie hohen Blutdruck oder Diabetes Mellitus Typ 2 auswirken. Bei Übergewicht sollte man sich also überlegen, ob eine Gewichtsreduktion möglich ist, um Operationsrisiken zu reduzieren und die Haltbarkeit der Prothese zu verbessern.

4. Das Alter spielt eine Rolle

Viele ältere Patienten oder deren Angehörige denken, sie seien zu alt für eine Operation. Im Prinzip gibt es nach oben keine Altersgrenze. Viele Achtzig- oder Neunzigjährige haben bisher eine Prothese erhalten und konnten dadurch weiter aktiv bleiben. Man kann sogar davon ausgehen, dass ein Hüftersatz und der damit verbundene Gewinn an Aktivität und Sozialleben durchaus hilft, andere Begleiterkrankungen wie Herzerkrankungen besser zu kontrollieren. Die Fortschritte in der Operationstechnik und der Narkoseverfahren ermöglichen es, bis ins hohe Alter operiert werden zu können.
Anders ist es bei jungen Patienten. Aufgrund der modernen Implantate, die heute zur Verfügung stehen, werden auch immer jüngere Patienten operiert. Man muss jedoch bedenken, dass man dann unter Umständen mit einem, oder sogar zwei Prothesenwechsel in seinem Leben rechnen muss. Idealerweise sollte der Zeitpunkt des Eingriffs so gewählt werden, dass ein Wechseleingriff nicht mehr in Frage kommt. Dies ist jedoch nicht immer möglich. Es stehen heute Implantate zur Verfügung, bei denen eine sehr sparsame Knochenresektion notwendig ist, so dass bei einem Prothesenwechsel noch genügend Knochenmaterial zur Verfügung steht.

5. Grundsätzlich sind die Operationsergebnisse bei Hüftprothesen sehr gut

Verglichen mit anderen operativen Eingriffen beobachtet man bei Hüftprothesen sehr gute Ergebnisse. Die meisten Patienten haben danach keine oder sehr wenige Schmerzen, die Funktion der Hüfte ist in Bezug auf Beweglichkeit und Belastbarkeit deutlich verbessert, was wiederum zu einer erhöhten Lebensqualität führt. Entscheiden Sie sich zu einem Eingriff, sollten Sie sich vorab von Ihrem Operateur gut informieren lassen, was Sie selbst dazu beitragen können, ein gutes Ergebnis zu erzielen.

 

Autor: Dr. med. Jean-Louis Dumas, Facharzt für Orthopädie, Chefredakteur

 

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